Was sagt Mensch zu Hund?

Hund

Was will er mir jetzt genau sagen? Kommunikation zwischen Mensch und Hund will gelernt sein. 

Javier Brosch/Shutterstock

Buchtipp
Die Körpersprache macht den Unterschied: Wer sie richtig einsetzt, den versteht der Hund. Ein neues Buch gibt theoretische und praktische Tipps – und will sich dennoch nicht als Erziehungsratgeber verstanden wissen.

Ratgeber gibts wie Sand am Meer. Allein mit Büchern zum Thema «Hunderziehung» lassen sich Gestelle füllen. Doch nicht alle Werke verstehen sich als Erziehungs-Berater, auch wenn sie auf den ersten Blick praktische Tipps und Tricks vermitteln. Das trifft auch auf das vorliegende Buch zu. Marion Leinweber, die deutsche Autorin von «So versteht dich dein Hund», stellt das im Vorwort klar. Sie ist Hundetrainerin und bietet Kurse sowie Workshops für Hundevereine, Hundeschulen und Hundehalter an. Statt eines Erziehungsratgebers versteht sie ihr aktuelles Werk vielmehr als «Zusammenfassung der Eindrücke, die Hunde von uns haben».

Im Vorwort wirft sie dazu Fragen auf, die beantwortet werden: «Was sehen sie, wenn sie uns sehen? Wie interpretieren sie das, was sie von uns wahrnehmen? Wie können sie darauf reagieren?». 

Wie funktioniert die Kommunikation Mensch-Hund?
Auf der Suche nach den Antworten geht es zunächst einmal um Grundsätze der Kommunikation. Diese werden in den ersten Kapiteln erläutert, zunächst in der Theorie. Bekanntlich gibt es dazu unzählige Modelle. Leinweber hat sie auf die Interaktion Mensch-Hund ausgerichtet. Was bedeutet ein hochgehobener Arm? Wie lässt er sich zu Zwecken der Konditionierung einsetzen? Aber auch Themen wie «Nähe», «Enge» und «Druck» dürfen in der Einleitung nicht fehlen. Anschaulich und für jederman verständlich erklärt die Autorin, dass Hunde es in der Regel zwar lieben, gestreichelt zu werden. Zuviel Nähe ertragen sie aber auch nicht. 

Ob der Hund entspannt ist, lässt sich im Kapitel «Die Körpersprache der Hunde» entnehmen. Dazu müsse man die rassetypische Haltung des Vierbeiners erkennen, ermuntert die Autorin. Es folgen Beispiele. Relaxt ist der Hund, «wenn die Rute entspannt in der für die Rasse typische Haltung hängt». Die Schnauze ist leicht geöffnet oder geschlossen, der Kopf leicht angehoben. Natürlich lässt sich auch an der Haltung der Ohren einiges ablesen. Bei entspannten Hunden sind sie laut Leinweber aufrecht. Allerdings gibt es bekanntlich Rassen, die hängende Ohren haben. Hier lässt sich durch die genauere Betrachtung der Ohrwurzel sehr gut deren rassetypische Haltung erkennen. 

Die Beine, ein Stimmungsbarometer
Es folgen Kapitel, die auf einzelne Körpersignale eingehen. Dabei erinnert uns die Autorin unter anderem daran, dass wir dem Hund mit unseren Beinen Richtungen vorgeben. Kein Wunder, denn mit ihnen bewegen wir uns schliesslich von einer Stelle weg. Dass wir mit ihnen aber auch Stimmungen ausdrücken können, dürfte vielen neu sein. Hierzu findet man im Buch zahlreiche Fotos und Erklärungen. 

Auch wenn sich das Werk nicht als Erziehungsbuch versteht, praktische Tipps und Tricks zur Kommunikation mit dem Hund kann man ihm sehr wohl entnehmen. Auf Seite 85 ist zum Beispiel zu lesen: «Das Vorbeugen des Oberkörpers bewirkt ein Vorausgehen des Hundes». Wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist Schritt für Schritt erklärt. Ähnlich verfährt Leinweber mit unzähligen weiteren Zielsetzungen und nennt die zugehörigen Gesten.

Das Fazit: ein Nachschlagewerk für alle
Selbst wer seinen vierbeinigen Freund im Griff hat, kann diesem Buch etwas abgewinnen. Und sei es, dass man sich lediglich wieder einmal bewusst macht, welche Signale man im Alltag aussendet – automatisch, ohne nachzudenken. Der Hund könnte sie eben anders interpretieren, als man beabsichtigt. 

Buchtipp So versteht dich dein Hund

Marion Leinweber: «So versteht dich dein Hund»
1. Auflage 2020
128 Seiten
Verlag: Eugen Ulmer KG
ca. 32.- Franken
ISBN 978-3-8186-0922-1

 

Autor

Leo Niessner

Leo Niessner

Leo Niessner ist «Tierwelt»-Online-Redaktor, Social-Media-Manager und News-Feed-Leser. Er berichtet gerne über Flora und Fauna oder über Menschen, die sich um Flora und Fauna verdient machen, und schöpft in den Bergen Energie. Er mag Tiere. Und Musik. Am liebsten solche, in der Tiere vorkommen – zu hören in den Spotify-Listen zu jeder «Tierwelt»-Ausgabe, die er mit der Redaktion Woche für Woche zusammenstellt. Und ja, er spielt auch selber Musik. Sein grösster Traum: eine eigene «Arche Leo», in der alle Tiere dieser Welt Platz haben. Mit einem VIP-Sektor für bedrohte Arten.  

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