Wissenschaftlich bestätigt: Naturdokus helfen gegen Langeweile

Taucher filmt unterwasser im Algenwald

Naturdokumentationen sind gut fürs Gemüt – besonders bei Menschen, die keinen direkten Zugang zur Natur haben.

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Studie
Wer keinen direkten Zugang zur Natur hat – sei es, weil er pflegebedürftig ist oder etwa wegen Corona in der Quarantäne sitzt –, dem können Naturfilme helfen, die Langeweile zu reduzieren. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam aus England.

Die zweite Corona-Welle hat die Schweiz mit Wucht überrollt. Tausende Chefs und Chefinnen im ganzen Land schicken ihre Mitarbeitenden wieder ins Homeoffice. Landauf, landab müssen Menschen in Quarantäne. Und während der Bundesrat das öffentliche Leben nicht mit einem erneuten Lockdown zum Stillstand bringen möchte, ist man in diesen Tagen trotzdem sicherlich gut beraten, den einen oder andern Abend mehr zuhause zu verbringen.

Bei vielen kommen dabei das Fernsehen oder der Streamingdienst zum Einsatz. Während es draussen wieder früh dunkel wird, schaut man dann besonders gerne etwas fürs Gemüt. Und was gibt es da Schöneres als Naturdokumentationen? Besonders solche Bahnbrechenden, wie sie von der britischen BBC produziert werden?

Dass sich diese tatsächlich positiv auf die Psyche auswirken, schreibt nun ein Forscherteam von der englischen Universität Exeter im «Journal of Environmental Psychology». Probanden, denen zuvor ein langweiliger Film gezeigt wurde, fühlten sich nach fünf Minuten Korallendoku wieder wesentlich besser als zuvor.

Ein fünfminütiger Einblick in «Blue Planet II» («Unser blauer Planet II») mit der unverkennbaren Stimme von Erzähler David Attenborough:

BBC-Team hilft mit
Unterstützung bei der Studie bekamen die Forscher vom BBC-Team von «Blue Planet II». Dieses stellte bislang unveröffentlichte Aufnahmen aus «Blue Planet II» zur Verfügung. Gezeigt wurde eine fünfminütige Sequenz in einem Korallenriff mit farbigen Fischen und einer Schildkröte, entweder im normalen TV-Format, als Virtual Reality oder als interaktive Virtual Reality. Das BBC-Team stellte sicher, dass das audiovisuelle Erlebnis in allen drei Settings möglichst ähnlich war. Das Ergebnis: Während alle drei Settings die Langeweile zu vertreiben mochten, führte die interaktive virtuelle Realität zudem zu gesteigerten Gefühlen der Naturverbundenheit und einem Gefühl des Präsentseins in der Natur. Die Studienautoren um Doktorandin Nicola Yeo zeigten sich überrascht darüber, wie effektiv alleine das Fernsehschauen schon war, um die Langeweile zu vertreiben.

«Mit unserer Laborstudie wollten wir herausfinden, ob verschiedene virtuelle Formen der Natur Langeweile reduzieren können», schreiben Yeo und Kollegen. «Langeweile ist eine weitverbreitete negative Emotion, die auch mit schlechter Gesundheit und vermindertem Wohlbefinden einhergeht – besonders bei Menschen, die ihre Situation nicht ändern können, zum Beispiel, weil sie pflegebedürftig sind.» Als nächstes plant Yeo deshalb eine Studie mit Menschen in Pflege um herauszufinden, ob sich die Resultate aus dem Labor bei ihnen bestätigen.

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