Achatschnecken gehören zu den grössten Landschnecken der Welt. Die Schneckenfamilie umfasst dreizehn Gattungen mit verschiedenen Arten, von denen sich einige für die Terrarienhaltung eignen. Das mit Abstand beliebteste Weichtier ist dabei die Grosse Achatschnecke (Lissachatina fulica). Mit ihrer imposanten Gehäusegrösse von bis zu 15 Zentimetern ist diese Schnecke in verschiedenen Farbvariationen ein wahrer Blickfang im Terrarium. Die sehr neugierigen Kriecher werden schnell handzahm und sind darum auch bei Kindern beliebt. Ihre Ansprüche an die Haltung sind bescheiden, weshalb sie als gute Anfängertiere gelten. Dennoch gibt es einiges zu beachten, denn auch Schnecken können unter einer nicht artgerechten Haltung leiden.

Ihre volle Grösse entfalten die Tiere bei optimaler Pflege und einer Temperatur zwischen mindestens 24 und maximal 27 Grad Celsius. Erreichen kann man die tropische Wärme durch eine Heizmatte, die ausserhalb des Terrariums an der Rückwand angebracht wird. Nachts wird die Temperatur durch eine Zeitschaltuhr um wenige Grad gesenkt. Bei einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 70 Prozent geht es den ursprünglich aus Ostafrika stammenden Tieren besonders gut. Als nachtaktive Kriechtiere benötigen Achatschnecken keine zusätzliche Beleuchtung.

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Achtung vor Kletterunfällen

Auch wenn Schnecken nicht explizit durch das Schweizer Tierschutzgesetz geschützt sind und keine offiziellen Mindestangaben zur Grösse eines Terrariums erhältlich sind, sollte für Schneckenliebhaber gelten: je grösser das Behältnis, umso besser. Haben die Tiere eine Gehäusegrösse von über sieben Zentimetern, eignet sich ein Terrarium oder Aquarium mit einer Mindestlänge von 80 Zentimetern und einer Höhe von 50 Zentimetern für drei Individuen. Je grösser die Tiere sind, umso mehr Bodenfläche benötigen sie. Ein hohes Behältnis ist nicht notwendig und birgt sogar Gefahren: Fällt die Schnecke von weit oben herab, kann sie sich schwer verletzen.

Dennoch klettern Achatschnecken und schlafen gerne erhöht. Rinde und stabile Äste eignen sich als Einrichtung und auch Versteckmöglichkeiten dürfen nicht fehlen. Als Bodengrund, der mindestens 10 Zentimeter tief sein sollte, damit sich die Tiere eingraben können, eignet sich unbehandelte und ungedüngte Erde, die zusätzlich mit Kalk versetzt wird. Oft ist der pH-Wert von Erde zu hoch und kann mit der Zugabe von Kalk gesenkt werden. So wird das Schneckenhäuschen vor Beschädigungen geschützt. Ein Wasserbehältnis lädt die Tiere zum Baden ein, was gerne genutzt wird. Pflanzen wie Bromelien oder Farne sorgen für eine tropische Atmosphäre.

Achatschnecken finden Verwendung in der Kosmetik, denn ihr Schleim soll Feuchtigkeit spenden und Falten glätten. Schnecken als Gesichtsmasken und mit Schleim versetzte Cremes sind im Trend.

Rückt der europäische Winter näher, können manche Tiere in eine Trockenruhe, ähnlich der Winterruhe von einheimischen Schnecken, fallen. Dieses Verhalten schützt sie in Afrika vor den trockenen und heissen Wintern. Auch in Gefangenschaft übernehmen viele Tiere instinktiv dieses Verhalten. Die Grosse Achatschnecke verringert in dieser Zeit im Normalfall ihre Aktivität und ruht oft. Selten bedecken einzelne Tiere ihren Häuscheneingang mit einer Kalkschicht und ruhen mehrere Wochen bis Monate. In beiden Fällen dürfen die Tiere nicht gestört werden.

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Achatschnecken neigen dazu, bei falscher Ernährung zu verwöhnten Gourmets zu werden. Bietet man ihnen ausschliesslich Gurke an, werden sie erfahrungsgemäss mit der Zeit kein anderes Gemüse mehr annehmen. Um Mangelerscheinungen auszuschliessen, müssen die Tiere deshalb bereits ab einem jungen Alter an verschiedenes Futter gewöhnt werden. Süsskartoffeln, Zucchetti, Salate, Pilze, Wildpflanzen wie Löwenzahn und Brennnesseln, Küchenkräuter – die Palette darf gross sein. Auch zu Obst sagen die Kriechtiere nicht nein. Um einer Fruchtfliegenplage vorzubeugen, sollten Früchte allerdings nur selten gefüttert und nicht zu lange im Terrarium liegengelassen werden.

Als Allesfresser, die sich in der Natur bei sich bietender Gelegenheit auch von Aas ernähren, spricht nichts dagegen, den Grossen Achatschnecken einmal wöchentlich tierisches Protein wie Fischfutterflocken, getrocknete Bachflusskrebse oder ähnliches anzubieten. Katzen- oder Hundefutter hingegen kann für die Schnecken unverträgliche Inhaltsstoffe wie Salz beinhalten. An einer Sepiaschale können die Tiere bei Bedarf knabbern, denn Kalk ist wichtig für ein gesundes und starkes Schneckenhaus.

Jede Menge Nachwuchs

Die Kriechtiere gelten als äusserst vermehrungsfreudig und eine Gelegegrösse der Grossen Achatschnecke kann bis zu 150 Eier umfassen. Als Zwitter können alle Tiere Eier legen. Um nicht plötzlich vor dem häufigen Problem einer Überbevölkerung im Terrarium zustehen, muss der Nachwuchs frühzeitig entfernt werden. Die Erde, in die die Tiere die kleinen, ovalen bis runden Eier ablegen, muss zweimal wöchentlich vorsichtig durchsucht und gefundene Eier im Tiefkühler über mindestens 48 Stunden abgetötet werden.

Eine Einzelhaltung, um eine Fortpflanzung zu verhindern, ist dabei keine Alternative, denn die Tiere sind sehr sozial und brauchen zwingend den Kontakt zu Artgenossen. Wer sich dem Halten von Schnecken verschreibt, wird gezwungenermassen mit dieser sehr zeitaufwendigen, aber nötigen Aufgabe konfrontiert. Junge Schnecken sind zwar ausgesprochen niedlich, doch die Vermittlung der vielen Nachkommen gestaltet sich als kaum zu bewältigende Herausforderung.

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