In Neuseeland leben viele verwilderte Katzen – zu viele. Die Regierung geht von mindestens 2,5 Millionen Tieren aus, die komplett unabhängig von Menschen leben und sich ihr Futter in der Natur suchen. Sehr zum Leidwesen der heimischen Wildtiere, die nie Abwehrmechanismen gegen solche Raubtiere entwickelt haben. «Die meisten Neuseeländer sind sich bewusst, dass wir eine grosse Verantwortung für die Umwelt tragen», sagte Neuseelands Umweltminister Tama Potaka Anfang Jahres gegenüber CNN. Um einheimische Arten zu schützen, setzte er deshalb ein drastisches Ziel: Bis 2050 soll die Population verwilderter Katzen in Neuseeland ausgelöscht werden.

Selbst die grösste Tierschutzorganisation Neuseelands namens SPCA ist der Meinung, dass heimische Arten aktiv geschützt werden sollen. Auch, wenn dafür verwilderte Katzen getötet werden müssen. «Im Grunde genommen ist das momentan unsere einzige Option», meinte die interne Katzenexpertin Christine Summer gegenüber dem neuseeländischen Radiosender RNZ. Wichtig seien möglichst humane Methoden wie Lebendfangfallen oder der Einsatz einer Schusswaffe, um die Katzen schnell zu töten.

Währenddessen geraten in Neuseeland auch Haustierbesitzer zunehmend ins Visier: Wie in der Schweiz ist eine Diskussion im Gange, ob das Chippen und Registrieren von Hauskatzen obligatorisch werden sollen. Damit könnten Tierhalter stärker in die Pflicht genommen werden, um künftige Verwilderungen aktiv zu verhindern.