Achtung Parasiten
Sandkasten als Infektionsquelle
Kuscheln, streicheln, knuddeln: Abstand halten ist bei Haustieren nicht Sinn der Sache, schon gar nicht für Kinder. Doch der enge Kontakt bringt gewisse Gefahren mit sich. Gute Hygiene und Prophylaxe minimieren die Risiken.
Fast zwei Millionen Katzen und über eine halbe Million Hunde leben in Schweizer Haushalten und sorgen für viele Wohlfühlmomente im Alltag. Doch nicht alle dieser Fellnasen sind kerngesund: Einige können Krankheiten auf den Menschen übertragen. Was es bei diesen sogenannten Zoonosen besonders schwierig macht: Manche Tiere sind nicht sichtbar krank, obwohl sie Träger eines Erregers sind. Zwar werden in der Schweiz Zoonosen von diversen behördlichen Instanzen wie dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen überwacht, präzise Fallzahlen zu Krankheiten, welche durch Haustiere übertragen werden, existieren derzeit jedoch nicht.
Zumindest im Kanton Bern könnte sich dies bald ändern: Dort läuft derzeit das «BEready»-Langzeitprojekt, bei welchem 1500 Berner Haushalte inklusive Haustieren von einem Team der Universität Bern begleitet werden. Ziel ist es, mehr über Infektionskrankheiten herauszufinden. «Möglicherweise wird diese Studie Hinweise darauf liefern, wie oft eine Übertragung vom Haustier auf den Menschen vorkommt», sagt Caroline Frey, Co-Direktorin des Instituts für Parasitologie der Universität Bern.
Überraschungsgäste im Sand
Weil Parasiten beim Menschen eine ganze Reihe von Beschwerden hervorrufen können, empfiehlt es sich, Symptome genau zu beobachten. «Insbesondere bei Hautveränderungen, Juckreiz, unspezifischen Schmerzen im Bauchraum, Durchfall oder Augenproblemen sollte der Gang in die Hausarztpraxis selbstverständlich sein», so die Professorin. Besonders gefährdet sind die Jüngsten in der Familie, kuscheln sie doch mit Katzen oder Hunden meist ausgiebig und oft. Auch der Sandkasten ist ein möglicher Infektionsherd: Er kann Kinder mit häufigen Rundwürmern von Katzen und Hunden in Kontakt bringen. «Wenn Kinder nach dem Spielen im Sandkasten die Hände nicht richtig waschen und die Finger in den Mund stecken, können sie sich infizieren», führt Caroline Frey weiter aus. Die Larve des Wurms wandert dann im Körper herum und verursacht Schäden. Typische Symptome einer Toxocara-Infektion (Hundespulwurm) beim Menschen sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber und Hautausschläge. Ein Befall lässt sich mit einem Antikörpertest in einem spezialisierten Labor nachweisen.
Vorsorge lohnt sich im Kampf gegenParasiten: Neben fleissigem Händewaschen ist auch das Abdecken von Sandkästen bei Nichtgebrauch sinnvoll. Laut Caroline Frey sollte bei Hunden und Katzen aber auch die Parasitenprophylaxe ernst genommen werden. Ebenso empfiehlt sich: Wenn möglich kein Rohfleisch füttern oder nur solches, das während mindestens drei Tagen tiefgefroren wurde.
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