Lästige Gäste
Wenn's am Kopf juckt
«Läuse – Handbuch zum Überleben auf Menschen»: Das mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 ausgezeichnete Werk holt die blutsaugenden Parasiten aus der Tabuzone. Vier Fragen an die Autorin.
Berta Páramo, die meisten Tierbücher drehen sich um imposante oder knuddelige Säugetiere. Wie kommt es, dass Sie der Laus über 200 Seiten widmen?
Das Thema hat mein Verleger vorgeschlagen, der als kleiner Junge und später mit seinen eigenen Kindern sehr unter Läusen litt. Ich glaube, er wollte sie einfach besser verstehen. Aber 200 Seiten sind eigentlich ein moderates Terrain für diese höchst interessanten Tierchen.
Verraten Sie uns neue Erkenntnisse, welche die Welt über dieses Insekt mit zutiefst schlechter Presse bei Eltern und Lehrkräften wissen muss?
Es ist unglaublich, dass uns die Laus schon so lange begleitet: Es wurden Nissen gefunden, die über 3000 Jahre alt sind! Dieser Parasit braucht einen Lebensraum und findet ihn in uns Menschen. Interessant auch: Läuse ernähren sich eigentlich ausschliesslich von Blut, welches als alleinige Nahrung ausgesprochen vitaminarm ist. Doch sie beherbergen in einem spezialisierten Organ, dem so genannten Myzetom, Bakterien, die sie mit den fehlenden Vitaminen versorgen.
Was sind die grössten Missverständnisse in Bezug auf Läuse?
Dass sie angeblich springen und fliegen können. Läuse haben keine Flügel! Aber diese brauchen sie auch nicht: Mit ihren kräftigen Zangenbeinen können sie sich Haar für Haar auf dem menschlichen Schädel fortbewegen.
Krabbeln auf Köpfen von Kindern Läuse, herrscht in Schulen Alarmstufe rot. Dürfen wir bei einem Befall in Ihrem Umfeld mit einem Fortsetzungsband rechnen?
Läuse sorgen effektiv für viel Aufruhr, weil gerade Kinder sie sehr leicht übertragen können und es nicht einfach ist, ihnen beizukommen. Aber nein, ein Befall in meiner Entourage wird kein Grund für weitere 200 Seiten sein (lacht).
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