Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem bei Hundeartigen grassiert und mit dem Masernvirus verwandt ist. Während Hunde durch eine Impfung wirksam gegen die Seuche geschützt werden können,haben Wildtiere weniger Glück. So ist Staupe heute eine der wichtigsten Krankheiten bei Fuchs, Dachs, Marder, Luchs und Wolf. Doch das war nicht immer so: Bis 2009 kam die Staupe bei Schweizer Wildtieren nur selten vor. Im Frühling 2009 kam es in der Ostschweiz plötzlich zu zahlreichen Fällen bei Füchsen und Dachsen. Von dort aus verbreitete sich das Virus rasant über die ganze Schweiz.

Die ersten Symptome, welche erkrankte Tiere zeigen, sind diffus: allgemeine Schwäche, eitriger Nasen- und Augenausfluss, Husten, heftiges Erbrechen und Durchfall. Über die Luft oder Ausscheidungen wird das Virus auf andere Individuen übertragen, die den Erreger über die Nasen- oder Maulschleimhaut aufnehmen. Kommt das Immunsystem nicht rasch gegen das Virus an, entwickeln betroffene Tiere hohes Fieber, verlieren den Appetit und werden apathisch. Erreicht das Virus das Nervensystem, endet dies häufig mit dem Tod des Tieres. Die neurologischen Symptome reichen dann von Blindheit über Muskelzittern und Kopfschiefhaltung bis zu epilepsieähnlichen Anfällen.

Keine Entspannung in Sicht

Zuletzt sorgte die Staupe im November 2025 für Schlagzeilen. Ein Wildhüterhatte im Kanton Neuenburg einen Luchs erschossen, was in Teilen der Bevölkerung für Empörung sorgte. Der junge Luchsnamens Diego wurde im Mai 2025 im Kanton Waadt freigelassen, nachdem er im Zoo La Garenne (VD) aufgepäppelt worden war. Offenbar hatte er danach Schwierigkeiten, sich an das Leben in der Wildnis zu gewöhnen. Statt wilde Huftiere suchte sich der Luchs in der Nähe von Siedlungen Füchse als Beute aus. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich, bis der Wildhüter entschied, das Tier durch einen Schuss von seinem Leid zu erlösen. Eine nachfolgende Untersuchung am Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit (FIWI) zeigte, dass das Tier an Staupe erkrankt war. Die Infektion betraf mehrere innere Organe und führte zu starken Entzündungen.

Während es bei Wildtieren immer wieder zu Staupefällen kommt, sind auch Haushunde nicht vor der Krankheit gefeit. Tiermediziner warnen daher vor einer Impfmüdigkeit und raten, die Staupeimpfung alle drei Jahre auffrischen zu lassen. Bis heute existiert keine wirksame Therapie gegen die Erkrankung – die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome. Eine gute Nachricht zum Schluss: Auf Katzen oder Menschen kann das Staupevirus scheinbar nicht übertragen werden.