Stunde der Wintervögel
Rekord bei der Wintervogelzählung: Tausende zählen Vögel in Schweizer Gärten
Vom 9. bis 11. Januar 2026 hat die schweizweite Vogelzählung stattgefunden. Noch nie haben sich so viele Menschen daran beteiligt: 5000 Freiwillige halfen trotz wechselhaftem Wetter mit, die Vögel des Siedlungsraums zu zählen. Dabei haben sie insgesamt rund 136'000 Vögel entdeckt.
Arten wie die Wacholderdrossel oder der Buchfink, die ansonsten bevorzugt im Agrarland oder im Wald leben, wurden im Vergleich zum letzten Jahr häufiger und insbesondere in grösseren Trupps gemeldet, schreibt BirdLife Schweiz.
Auch bei den Dohlen oder den Bergfinken – Gästen aus Nordeuropa – seien grössere Trupps gesichtet worden. Der Buntspecht wurde 2025 in rund 20 Prozent der Gärten gesichtet. Dieses Jahr kam die Art fast in jedem dritten Garten vor, wie aus den Beobachtungen hervorgeht.
Keine Überraschung bei den meistgezählten Vögeln
Die am häufigsten gezählten Vögel überraschen Vogelexpertinnen und -experten nicht: Der Haussperling landet mit 22'721 gezählten Individuen auf Platz 1, gefolgt von der Kohlmeise (13'671 Individuen) und der Rabenkrähe (12'799 Individuen).
«Wir beobachten seit Jahren eine Konzentration auf wenige anspruchslose Arten. Lebensraum-Spezialisten hingegen werden immer seltener», wird Raffael Ayé, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz, in einer Mitteilung zitiert.
Meldungen von über 2700 Stieglitzen oder 316 Zaunkönigen, die Sämereien beziehungsweise naturnahe Strukturen wie beispielsweise Asthaufen benötigen, zeigten jedoch, dass naturnahe Gartenpflege bereits an einigen Orten praktiziert wird. Davon werde mehr benötigt, so Ayé.
Die vollständigen Ergebnisse der Zählung finden Sie unter stunde-der-wintervoegel.ch.
Der Siedlungsraum mit seinen kleinräumigen Strukturen sei gerade dann für Vögel attraktiv, wenn Schnee und Eis die Nahrungssuche erschweren. Voraussetzung dafür seien allerdings viele naturnahe Gärten und Parks, die den Tieren als Überwinterungsplätze und Futterstellen dienen.
Verglichen mit den Nachbarländern sind die Roten Listen der Schweiz proportional länger. Ayé betont : «Langfristig können wir die Vogelwelt und die Biodiversität insgesamt nur erhalten, wenn wir in allen Habitaten für wertvolle Lebensräume sorgen – also im Kulturland, im Siedlungsraum, in Feuchtgebieten oder auch im Wald.»
Bitte loggen Sie sich ein, um die Kommentarfunktion zu nutzen.
Falls Sie noch kein Agrarmedien-Login besitzen:
Jetzt registrieren