Teamwork
Zusammenarbeit zahlt sich aus – auch für Schleiereulen
Forschende der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und der Universität Lausanne haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass die Kooperation zwischen Schleiereulen-Eltern entscheidend für den Fortpflanzungserfolg ist.
Jeder Vogel hat eine individuelle Persönlichkeit – eine Entdeckung, die sich auch bei Schleiereulen bemerkbar macht. Dieses Merkmal wirkt sich direkt darauf aus, wie gut ein Elternpaar zusammenarbeitet. Je besser die Tiere ihre Aufgaben koordinieren und sich gegenseitig unterstützen, desto höher sind die Chancen, dass ihre Jungen erfolgreich flügge werden. Dies sind Erkenntnisse aus einer Studie, welche das Forschungsteam der Vogelwarte Sempach in Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne im Februar publiziert hat.
Verhandlung, Kooperation und Flexibilität
In der Studie wurden 168 Schleiereulen mit GPS-Sendern ausgestattet, um ihre nächtlichen Jagdflüge, Nestbesuche sowie die Dynamik zwischen den Partnern zu verfolgen. Aus den gesammelten Daten konnten die Forschenden herauslesen, wie die Eulen miteinander «verhandeln»: Wer übernimmt welche Aufgaben bei der Nahrungssuche, beim Füttern der Jungen oder beim Bewachen des Horstes?
Die Untersuchungen zeigen: Schleiereulen regeln ihre Zusammenarbeit durch flexible Interaktionen. Das Paar passt sich in Echtzeit gegenseitig an, je nach Situation und Bedarf. Solche dynamische Kooperation erhöht nachweislich den Gesamtunterricht im Nest und unterstützt die Überlebenschancen der Jungvögel.
Schleiereule – ein faszinierender Partner
Die Schleiereule ist für ihre charakteristischen «Herzgesichter» und ihre nächtliche Lebensweise bekannt. Trotz dieser aussergewöhnlichen Lebensweise nutzt sie hoch entwickelte Verhaltensstrategien, um im Team erfolgreich zu sein. Die Studie unterstreicht, wie wichtig Koordination, Kommunikation und Anpassungsfähigkeit in der Natur sind – Werte, die auch Menschen kennen.
Trotz ihres Verhaltens hat die Schleiereule in der Schweiz keinen leichten Stand. Die Vogelwarte Sempach schätzt den Brutbestand im Mittelland auf 200 bis 1000 Paare. Auf der Roten Liste ist sie als «potenziell gefährdet» eingetragen.
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