Bärlauch kann bei Hunden, ebenso wie bei Pferden, die roten Blutkörperchen zerstören und dadurch zu Blutarmut führen. Verantwortlich dafür sind Schwefelverbindungen, die auch in Zwiebeln, Knoblauch und Lauch vorkommen. Schon kleine Mengen können problematisch sein, besonders für kleine Hunde. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Bärlauch frisch, getrocknet oder gekocht ist: Die enthaltenen Stoffe Alliin und Allicin werden durch den Kochvorgang nicht zerstört.

Da die Empfindlichkeit von Hund zu Hund unterschiedlich ist und nicht genau vorhergesagt werden kann, ab welcher Menge Waldknoblauch toxisch wirkt, empfiehlt es sich, Hunden grundsätzlich keinen Bärlauch zu geben. Als grobe Orientierung gilt: Etwa fünf bis zehn Gramm Bärlauch pro Kilogramm Körpergewicht können bereits giftig sein. Spätestens ab zehn Gramm pro Kilogramm Körpergewicht steigt das Risiko einer Blutarmut deutlich.

Hat ein Hund unbemerkt grössere Mengen Bärlauch gefressen, können erste Symptome rasch auftreten, sind jedoch nicht immer sofort eindeutig zu erkennen. Anzeichen einer Vergiftung sind unter anderem Schleimhautreizungen, Durchfall und Erbrechen. Auch Appetitlosigkeit, Schwäche, ein schneller Puls oder blasses Zahnfleisch können nach dem Verzehr auftreten. In solchen Fällen sollte möglichst rasch ein Tierarzt aufgesucht werden, der den Kreislauf des Tieres stabilisiert. In schweren Fällen kann sogar eine Bluttransfusion notwendig sein, um die zerstörten roten Blutkörperchen zu ersetzen.

Wer seinem Hund dennoch Kräuter zufüttern möchte, kann auf unbedenklichere Alternativen zurückgreifen. Dazu zählen etwa Brennnessel, Salbei, Thymian und Fenchel. Auch Petersilie, Basilikum, Kurkuma, Ingwer, Kamille oder Löwenzahn gelten in moderaten Mengen als unproblematisch.