Ein hechelnder Blick aus dem Seitenfenster, die schlabbernde Zunge im Fahrtwind – viele Hunde lieben es sichtlich, im Auto mitzufahren, besonders im Sommer. Doch so viel Freude es dem treuen Begleiter auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank macht, birgt seine Mitfahrt auch Risiken, die allzu oft unterschätzt werden. Denn wer seinen Hund ungesichert im Auto transportiert, bringt nicht nur das Tier, sondern auch sich selbst in Gefahr. «Rechtlich gesehen gilt der Hund im Auto als Ladung – er darf also weder Fahrer noch Mitfahrende gefährden oder ablenken», mahnt Marco Wölfli, Mediensprecher des Touring Club Schweiz (TCS).

Aufprallkraft von bis zu 400 Kilogramm

Ein Autounfall, sei es lediglich bei Tempo 50 innerorts, kann bereits dramatische Folgen mit sich bringen: «Ein 19 Kilogramm schwerer, ungesicherter Hund entwickelt dabei eine Aufprallkraft von bis zu 400 Kilogramm», so der TCS-Sprecher. «Er wird zum unkontrollierten Geschoss im Auto – mit potenziell tödlichen Folgen.» Deshalb sei eine korrekte Sicherung nicht nur aus Rücksicht auf das geliebte Tier, sondern auch im Sinne der eigenen Sicherheit – untertrieben ausgedrückt – empfehlenswert.

Die sicherste Lösung

Um herauszufinden, welche Sicherungssysteme im Ernstfall wirklich schützen, hat der TCS verschiedene Transportlösungen getestet – darunter Hundegeschirre, Stoff- und Kunststoffboxen, Metallkäfige und geschlossene Metallboxen. Ohne Umschweife resümiert Wölfi rasch: «Die mit Abstand sicherste Lösung ist eine stabile Metallbox.» Optimal wird sie quer zur Fahrtrichtung platziert, direkt hinter der Rücksitzlehne.

Stoffboxen versagen

Diese massiven Boxen bieten durch ihre geschlossene Bauweise bei einem Unfall den besten Schutz: Sie halten der Aufprallenergie besser stand, verformen sich kaum und verhindern zuverlässig, dass der Hund durch den Fahrzeuginnenraum geschleudert wird. Von den 19 getesteten Produkten erhielten nur die sieben Metallboxen die Bewertungen «hervorragend» oder «sehr empfehlenswert». Stoffboxen versagen im Ernstfall – sie können das Tier bei Aufprall nicht zurückhalten. Hundegeschirre zeigten ebenfalls Schwächen: «Viele sind zu lang, lassen dem Hund zu viel Bewegungsspielraum und halten der Belastung nicht stand.»

Störender Vibrationslärm

Die Metallkäfige wirken hingegen zwar auf den ersten Blick stabil, zeigen aber im Crashtest ebenso erhebliche Schwächen. «Das Verletzungsrisiko für den Hund ist hier deutlich erhöht», sagt der TCS-Sprecher. So kann sich der Käfig beim Aufprall verbiegen, wodurch sich scharfe Kanten oder eingeklemmte Körperteile ergeben können. Zudem entsteht durch die Gitterstruktur oft störender Vibrationslärm während der Fahrt – ein zusätzlicher Stressfaktor für empfindliche Tiere.

Hitzefalle Auto

So schön die sommerlich warmen Temperaturen im Freien bei Sonnenschein auch sind, umso mehr Vorsicht ist bei Zwischenstopps beim Einkauf oder Besuch geboten. Bei praller Sonne kann sich das Auto in kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Glutofen entwickeln. «Unsere Tests zeigen, dass sich Fahrzeuge innerhalb einer Stunde auf bis zu 77 Grad aufheizen können», warnt Marco Wölfli. Selbst leicht geöffnete Fenster senken dabei die Temperatur lediglich um nur etwa zwei Grad – keine besondere Hilfe also für die geliebten Vierbeiner.

Hunde reagieren deutlich empfindlicher auf Hitze als wir Menschen. Schon ab etwa 42 Grad Körpertemperatur kann es bei ihnen zu irreversiblen Organschäden kommen – Hitzschlag inklusive. «Deshalb sollte ein Hund bei hohen Temperaturen nie allein im geparkten Auto zurückgelassen werden.» Was aber tun, wenn man als Passant auf ein Tier trifft, das in einem überhitzten Auto eingeschlossen ist? «Wenn eine offensichtliche Notlage besteht und weder Halter noch Polizei erreichbar sind, darf die Autoscheibe eingeschlagen werden», sagt der TCS-Sprecher. Wichtig sei jedoch, vor der Aktion nachweislich zu handeln – etwa durch das Rufen von Zeugen, Dokumentieren mit dem Handy und das Informieren der Polizei. Nur so könne man sich rechtlich absichern und nachweisen, dass kein anderer Ausweg mehr bestand.

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Stoffbox ★★✩✩✩

  • Stoff kann den Hund bei Aufprall nicht zurückhalten.
  • Boxstruktur wird stark und permanent beschädigt.

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Metallkäfig ★★✩✩✩

  • Käfig kann sich verbiegen.
  • Hohes Verletzungsrisiko für den Hund beim Crash.

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Kunststoffbox ★★★✩✩

  • Hund wird beim Crashtest nicht zurückgehalten.
  • Rückwand zersplittert und ist permanent beschädigt.

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Geschirr ★✩✩✩✩/★★✩✩✩

  • Hält der Belastung nicht stand und Hund fliegt durch Innenraum.
  • Viel zu grosser Bewegungsradius. Hund kann Fahrer erreichen.