König der Nacht
Der Uhu im Portrait
Einst in der Schweiz praktisch ausgerottet, feiert der Uhu trotz Wiederansiedlungsprogrammen ein lediglich zaghaftes Comeback. Schuld sind die häufigen Todesfälle durch Verkehr und Strom.
Als Norbert Wyssen das Telefon klingeln hört, ahnt er bereits, dass ihn ein neuer Einsatz erwartet. Der Falkner aus dem Kanton Aargau ist bekannt dafür, verletzte oder kranke Greifvögel und Eulen zu versorgen. Der Anrufer klingt aufgeregt: Er hat eine grosse Eule gefunden. «Am Ende ist es ein Uhu», denkt sich Wyssen mit einem Schmunzeln, denn diese Vögel sind in der Schweiz nach wie vor sehr selten. Die Vogelwarte schätzt, dass hierzulande nur etwa 100 Brutpaare leben, hauptsächlich in den grossen Alpentälern, im Jura und vereinzelt im Mittelland. Der Uhu ist daher streng geschützt und gilt als stark gefährdet.
Noch schlechter stand es um den Uhu vor einigen Jahrzehnten, als er in der Schweiz praktisch ausgestorben war. Durch direkte Bejagung und Lebensraumverlust schrumpfte der Bestand auf einige wenige Tiere. Nach dem Schutzstatus erholte er sich langsam, unterstützt durch Wiederansiedlungsprogramme. In Deutschland wurden zwischen 1974 und 1994 fast 3000 Uhus ausgewildert, was auch…
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