Los Angeles verklagt Monsanto

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Monsanto wurde 2018 von Bayer übernommen. Der deutsche Chemiekonzern trennte sich wegen des schlechten Rufs erst mal vom Namen der US-Tochter. Genützt hats nicht viel.
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Wegen Gewässerverschmutzung
Der Landkreis Los Angeles macht die Bayer-Tochter Monsanto für die Belastung von Gewässern mit dem Umweltgift PCB verantwortlich. Produziert wird PCB schon seit langen nicht mehr.

Dem Bayer-Konzern steht neuer rechtlicher Ärger wegen der US-Tochter Monsanto ins Haus. Diesmal geht es nicht um glyphosathaltige Unkrautvernichter, sondern um Polychlorierte Biphenyle (PCB). Der Landkreis Los Angeles reichte am Donnerstag beim zuständigen kalifornischen Bundesbezirksgericht Klage wegen vor Jahrzehnten verursachter Umweltschäden ein. Das Unternehmen müsse sich an den Kosten für die Säuberung von Dutzenden mit PCB-Chemikalien verseuchten Gewässern beteiligen und Strafschadenersatz zahlen, fordern die Kläger.    

Nach der neuen Klage gegen die US-Tochter Monsanto fiel die Bayer-Aktie auf den tiefsten Stand seit 2012. Die Papiere des deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzerns verloren am Nachmittag bis zu 2,85 Prozent auf 52,75 Euro.    

Bayer teilte auf Nachfrage mit, die Klage noch zu prüfen. Der Konzern gehe aber davon aus, dass die Vorwürfe haltlos seien und kündigte an, dass er sich energisch verteidigen werde. Monsanto habe die PCB-Produktion vor mehr als 40 Jahren freiwillig gestoppt. Davor sei es an diverse Abnehmer aus der Industrie und dem Verarbeitenden Gewerbe verkauft worden, die es für verschiedene Zwecke verwendet hätten. Unter den damaligen Kunden sei auch die US-Regierung gewesen.

Mehrere Klagen laufen
Die Kläger werfen Monsanto vor, jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Das Unternehmen sei von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von PCB in den USA gewesen. 1979 wurden die Chemikalien dort verboten. In Deutschland dürfen PCB seit Ende der 1980er Jahre nicht mehr verwendet werden.    

Gegen Bayers Tochter Monsanto, die der Konzern vergangenes Jahr für rund 63 Milliarden Dollar gekauft hatte, laufen bereits zahlreiche US-Klagen. Meist geht es um die umstrittenen Krebsgefahren von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat. Mitte Mai hatte eine US-Jury einem an Krebs erkrankten Rentnerpaar Schadenersatz in Höhe von umgerechnet fast 1,8 Milliarden Euro zugesprochen. Bayer hat Berufung gegen die Entscheidung angekündigt. Dieses und zwei andere Urteile stünden in direktem Widerspruch zu vielen Studien zur Sicherheit von Glyphosat, hatte der Agrarchemie- und Pharmakonzern erklärt.

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