Neues Forschungszentrum geht dem Klimawandel auf den Grund

SLF in Davos

Das neue Forschungszentrum stärkt den Forschungsplatz Davos. Es ist Teil der WSL und hat seinen Sitz am Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos.

Ralph Feiner

Davos
Die Auswirkungen des Klimawandels auf den alpinen Raum, das ist der Kernpunkt eines neuen Forschungszentrums in Davos. Die ETH Zürich beteiligt sich am Projekt mit zwei Professuren.

Der Kanton Graubünden und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL gründen ein neues Forschungszentrum mit bis zu 40 Mitarbeitenden in Davos. Ab dem nächsten Jahr sollen dort gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen zum Klimawandel, Extremereignisse und Naturgefahren im Gebirgsraum erforscht werden.

Vorgestellt wurde das neue Zentrum am Freitag in Chur. Die ETH Zürich beteiligt sich mit zwei Professuren daran. In der einen werden alpine Massenbewegungen und Permafrost erforscht, in der zweiten die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bergregionen. Weitere Forschungsthemen behandeln die Frühwarnung, Gebirgsökologie und Schutzwald sowie Risikokommunikation.

Die Basisfinanzierung für die ersten zwölf Jahre, von 2021 bis 2032, beträgt jährlich rund sechs Millionen Franken. Davon trägt der Kanton Graubünden zwei Millionen, die WSL drei Millionen und die ETH Zürich beteiligt sich mit jährlich einer Million Franken. Mit dieser Finanzierung wird der Grundbetrieb gesichert. Allfällige Wachstumspläne müssten über Drittmittel finanziert werden. Das Forschungszentrum wird noch dieses Jahr formell gegründet. Es nimmt am 1. Januar 2021 den Betrieb als Teil der WSL in den Räumen des SLF in Davos auf.

Beispiel Bondo
Für die Forschenden ist der Klimawandel eine Tatsache, wie an der Medienorientierung am Freitag in Chur mehrmals deutlich gemacht wurde. Dieser Wandel und die damit verbundene Erderwärmung beeinflussten Wetterextreme und Naturereignisse im Alpenraum besonders stark.

Die Folge können Überschwemmungen sein, Murgänge und Hangrutsche sowie Trockenperioden im Sommer. Solche Ereignisse können soziale und wirtschaftliche Folgen haben wie der Bergsturz und die Murgänge im August 2017 in Bondo GR im Bergell zeigten.

Der Klimawandel wird weitergehen. Kleinere Gletscher würden voraussichtlich bis zum Jahr 2100 mehr als 80 Prozent ihrer derzeitigen Eismasse verlieren, falls die Emissionen weiterhin stark anstiegen. Eine Folge sei, dass es mehr grosse Steinlawinen geben werde, sagte WSL-Direktor Konrad Steffen am Freitag in Chur.

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