Schwyzer Regierung will Strasse durch geschütztes Moor verbreitern

Blick auf den Lauerzersee mit Alpenpanorama

Die geschütze Moorlandschaft am Lauerzersee ist auf dem Bild gut an ihrer rötlichen Färbung erkennbar.

Michal Stipek/Shutterstock.com

Lauerzersee
Die Sägelstrasse, die durch eine geschützte Moorlandschaft am Lauerzersee führt, wird möglicherweise verbreitert. Grund dafür ist, dass die Verbindung stark befahren ist.

Wie der Schwyzer Regierungsrat in seiner am Montag publizierten Antwort auf ein Postulat von Kantonsrat Daniel Woodtli (CVP) schreibt, prüft er eine Verbreiterung der teilweise nur 3,6 Meter breiten Strasse auf 4,7 Meter. Zudem ist für Velofahrer und Fussgänger ein leicht erhöht abgesetzter Streifen von 3 Meter Breite vorgesehen.

Allerdings rechnet der Regierungsrat mit moorschutzrechtlichen Schwierigkeiten. Eine Verbreiterung der Strasse, die am nordwestlichen Teil des Lauerzersees durch eine geschützte Landschaft führt, sei nur möglich, wenn nachgewiesen werden könne, dass damit eine bestehende Beeinträchtigung behoben werde oder einer Verbesserung für die angrenzenden Moore verbunden sei.

Das Gebiet Sägel ist seit 1986 unter Schutz gestellt. Es darf nicht mehr befahren werden. Vom Verbot ausgenommen ist die Sägelstrasse. Auf der schmalen Strasse, auf der das Kreuzen von zwei Personenwagen schwierig ist, verkehren rund 2200 Motorfahrzeuge pro Tag. Dazu kommen Spaziergänger, Radfahrer und weitere Erholungssuchende.

Fahrverbot gefordert
Woodtli kritisiert, das die Sägelstrasse missbräuchlich als Autobahnzubringer genutzt werde. Für die Menschen, die das Gebiet als Freizeit- und Naherholungszone nutzen, sei die Strasse gefährlich. Er fordert deswegen in seinem Vorstoss ein Fahrverbot für Unbefugte.

Diese Lösung lehnt der Regierungsrat aber ab. Er verweist darauf, dass die Strasse schon lange vor der Schaffung des Schutzgebietes von Autos befahren worden sei. Eine teilweise Einschränkung des Verkehrs würde von der Bevölkerung nicht akzeptiert werden. Eine vollständige Sperrung würde andere Strassen und Gebiete belasten.

Mit einer Verbreiterung könne die Sicherheit der Autofahrer wie der Fussgänger und Velofahrer verbessert werden, schreibt der Regierungsrat. Die Zubringerfunktion zur Autobahn bleibe erhalten, ein Umwegverkehr könne verhindert werden. Wenn bei der Verbreiterung ein neues Strassentrassee gebaut werde, könnten auch Durchlässe für Amphibien und weitere Kleintiere geschaffen werden.

Für die Strassenverbreiterung müssten rund 2700 Quadratmeter Moorfläche geopfert werden. Dies soll aber durch die Rückführung einer grösseren Fläche von Land, das heute intensiv von der Landwirtschaft genutzt wird, kompensiert werden. Damit könnte der Forderung der generellen Verbesserung für die Moorlandschaft entsprochen werden, schreibt der Regierungsrat.

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