Afrikanische Schweinepest: Bund bereitet sich auf Ernstfall vor

Schwein im Stall

In der Schweiz gibt es bisher keinen Fall von ASP.

mg/LID

Schweizweite Übung
«Momentan ist die Afrikanische Schweinepest eine der grössten Gefahren für Tiere.» So warnt BLV-Direktor Hans Wyss vor der Verbreitung der Seuche. Aus diesem Grund will das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Anfang November eine schweizweite Krisenübung durchführen

Man müsse auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in der Schweiz vorbereitet sein. Ein Ausbruch der Seuche in der Schweiz wäre ein Notstand, der alle kantonalen Veterinärämter stark beanspruchen würde, wobei die Frage nicht sei, ob es passieren werde, sondern wann, sagt Hans Wyss, Direktor des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

Noch blieb die Schweiz verschont von der Krankheit, die für den Menschen zwar ungefährlich, aber Wild- und Hausschweine innert weniger Tage tötet und sich schnell ausbreitet. Wütete die ASP erst in Zentralafrika, so gab es im vergangenen Jahr erste Fälle in Osteuropa und Sardinien und nun auch schon im Nachbarland Deutschland. 

Was wird getestet?

Das Übungsszenario sieht ein fiktives Auftreten der Afrikanischen Schweinepest bei Haus- und Wildschweinen in der Schweiz und in Liechtenstein vor. Die Phasen der Ausbreitung der ASP von einzelnen Seuchenherden bis zur massiven Ausbreitung der Krankheit in verschiedenen Kantonen werden dabei durchgespielt. 

Getestet werden die Effizienz der Reaktion auf die Krise und die Zusammenarbeit zwischen den Bundesbehörden, den kantonalen Veterinärämtern der Schweiz, der Schweinebranche und dem Liechtensteiner Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen, aber auch die organisatorischen und digitalen Kapazitäten wie die neuen digitalen Tools zur Datenbearbeitung, teilt das BLV am Donnerstag mit. Die Übung findet von 2. bis zum 4. November 2021 statt. 

Verhaltensempfehlungen

Die Weltorganisation für Tiergesundheit geht davon aus, dass ein Viertel der Schweine weltweit an der hochansteckenden ASP sterben könnte. Die für den Menschen ungefährliche Viruserkrankung führt bei infizierten Schweinen und Wildschweinen fast immer zum Tod. 

Das ASP-Virus ist äusserst resistent und kann sehr lange in der Umwelt verbleiben, besonders im Blut, in Fleischerzeugnissen und in Kadavern. Die Bundesbehörden raten daher Reisenden dringend davon ab, Schweine- oder Wildschweinfleisch aus ASP-betroffenen Gebieten mit in die Schweiz zu bringen oder Fleischreste in der Natur zu entsorgen. Wenn Wild- oder Hausschweine solche Abfälle fressen, kann ein neuer Infektionsherd entstehen. 

Angesichts der aktuellen Lage in Europa werden die Schweinehalter aufgerufen, sich unverzüglich an ihre Tierärztin oder ihren Tierarzt zu wenden, falls eines ihrer Tiere unklare Symptome zeigt. Der Verzehr von Schweinefleisch stellt für den Menschen keine Gefahr dar. Privatpersonen sind dennoch angewiesen, keine Schweinefleischprodukte aus Ländern mitzubringen, in denen die Afrikanische Schweinepest grassiert. 

Symptome der Afrikanischen Schweinepest

Die Symptome der Seuche sind nicht immer eindeutig und ändern sich je nach Verlauf. Das BLV unterscheidet zwischen einem akuten und einem chronischen Verlauf: 

  • Akuter Verlauf: Bei mehreren Tieren hohes Fieber, plötzliche Todesfälle, Blauverfärbung der Ohrspitzen und Extremitäten, Blutungen auf der Haut.
  • Chronischer Verlauf: Bei mehreren Tieren unspezifische klinische Symptome wie Fieber, Kümmern, Durchfall, Aborte, schlechte Mastleistung, Hautrötungen und Blutungen, gehäufte Infektionen mit Tierverlusten im Bestand.

Tierhalter und Wildhüter müssen bei Anzeichen, die auf die ASP hinweisen, sofort den Bestandestierarzt kontaktieren, damit dieser den Seuchenverdacht abklären kann. 

Kommentare (0)