500 Tonnen Futter jährlich: Einblick in die Zürcher Zoo-Küche

Hunger!
Über 5400 Tiere müssen im Zoo Zürich gefüttert werden - die gut 500 Tonnen an Pflanzen, Fleisch, Fisch oder Insekten werden in der zooeigenen Futterküche verarbeitet und verteilt. Wie das aussieht, wer «schnäderfrässig» ist und woher das ganze Futter kommt, verrät der Futtermeister-Chef.

Der Zoo lässt sich in die Töpfe gucken und darin brodelt es gewaltig. Die rund 375 Tierarten haben vielfältige Bedürfnisse. Fleisch, Fisch, Früchte, Gemüse und Insekten. Jeder hat seine eigene Leibspeise. Und diese werden von Futtermeister-Chef Andi Schurtenberger und seinem Team zubereitet. 


«Am Anfang war es schon ein spezielles 'Grüchli'», sagt Schurtenberger als er den Medien das Fleischlager des Zoos zeigte. Mittlerweile habe er sich allerdings daran gewöhnt. «Löwe» steht auf einer Kiste, in der Fleischbrocken liegen. An Haken im Kühlraum, der teils auf -20 Grad Celsius gekühlt ist, hängen Tierhälften wie beim Metzger. Vornehmlich wird Rinds- und Pferdefleisch verfüttert - Schweinefleisch wäre zu fettig. In Kisten warten allerdings auch tote Hühner auf die Auslieferung, dazu stehen ebenfalls Insekten wie Mehlwürmer auf dem Speiseplan der Zoobewohner.

Zahlenbeispiele pro Jahr
  • 190 Tonnen Grünfutter
  • 120 Tonnen Früchte & Gemüse
  • 68 Tonnen Trockenfutter
  • 17 Tonnen Fisch
  • 14 Tonnen Fleisch
  • 13 Tonnen Vogelfutter
  • 3 Tonnen Futtertiere (Mäuse, Hühner etc.)
  • 2 Tonnen Insekten

Ausserdem ...

  • 8000 Eier
  • 850 Kilogramm Reis
  • 180 Kilogramm Quark
  • 91 Kilogramm Joghurt
  • 60 Liter Himbeersirup & Ahornsirup

Fleisch kommt zu grossem Teil aus dem Tierspital Zürich

Die Pflanzenfresser verschlingen Unmengen: Rund 190 Tonnen Grünfutter (Heu, Luzerne, Frischgras, Futteräste) pro Jahr verfüttert der Zoo Zürich. Auf Platz zwei der Futtermengenrangliste folgen Früchte und Gemüse mit rund 120 Tonnen pro Jahr. Wo immer möglich, so Schurtenberger, kaufe der Zoo regionale Produkte ein. Den Tieren sei es egal, ob das Rüebli krumm oder der Apfel fleckig ist. Nur frisch muss die Ware sein und das kontrollieren die Futtermeister jeden Tag ab 5 Uhr in der Früh.

Ein grosser Teil des Futterfleisches kommt aus dem Tierspital Zürich. Es stammt von Tieren, die dort aus medizinischen Gründen geschlachtet werden mussten. Dazu kommen manchmal auch angefahrene Rehe - und auch zooeigene Tiere, beispielsweise Antilopen oder Tauben. Nüchtern betrachtet sind diese Tiere hinsichtlich Nachhaltigkeit und Tierwohl die beste Futteroption für die Fleischfresser im Zoo: Ihre Herkunft ist klar und die gute Haltung und artgerechte Ernährung sind sichergestellt. Die Tiere werden vor Ort geschlachtet und es sind keine langen Transporte nötig.

Koalas sind am heikelsten

Der heikelste Bewohner in Sachen Futter ist der Koala. Er ernährt sich ausschliesslich von Eukalyptus. Damit das nicht allzu einseitig ist, bekommen die putzigen Tiere im Zoo vier verschiedene Arten ihres Lieblingsessens, das auf Plantagen in Zürich angebaut wird. 

Für die Giraffen, die die frischen Blätter von Bäumen fressen, ist der Winter eine Herausforderung. Da es hierzulande kein Laub mehr an den Bäumen hat. Der Zoo sorgt deshalb bereits im Sommer für die Winterfütterung vor. Unter anderem werden Futteräste bei einem Händler für Zootierfuttermittel in den Niederlanden bestellt. Dieser friert die Äste samt Blattwerk in einem speziell entwickelten Verfahren ein. Zusätzlich bereitet der Zoo intern eine Blattsilage für die anspruchsvollen Blattfresser vor. Daneben erhalten die Giraffen im Winter auch Luzerne und spezielle Blattfresserpellets.

Gutes Fressen hat seinen Preis. Die Kosten für Futtermittel belaufen sich jährlich auf 815’000 Franken. 

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