Der Zoo des Wissens

Kinder spielen im Knies Kinderzoo

Wie viele Liter Wasser trinkt ein Asiatischer Elefant pro Tag? Der Bedarf lässt sich an der Zahl der bereitgestellten Eimer errechnen.

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Sponsored Content wissenschaftliche Zoos der Schweiz
Zoologisch-botanische Gärten sind ein Hort der konservierten Erkenntnisse über unterschiedliche Haus- und Wildtierformen. In keiner anderen Institution wird von so vielen Organismen mehr fundiertes Wissen zusammengetragen wie in den öffentlich zugänglichen Einrichtungen. Daher ist es selbstverständlich, dass ihnen die zentrale Aufgabe obliegt, ihr vielschichtiges Publikum gleichsam «aus erster Hand» zu infor­mieren bzw. zu unterrichten. Gelingt der Spagat, divergierende Ansprüche zu bedienen? Knies Kinderzoo in Rapperswil hat für seine Gäste ein probates Rezept gefunden.

Während in früheren Zeiten Tierinteressierte, die ihre Wissenslücken schliessen wollten, Bibliotheken und Fachbuchhandlungen aufsuchen mussten, scheint heute alles viel einfacher: Informationen über (fast) alle Arten sind problemlos und schnell abrufbar, überdies lösen die auf zahlreichen Fernsehkanälen ausgestrahlten «Tiersendungen» eine wahre Inflation des Wissens aus. Aber: Wie profund sind die zoologischen und tierökologischen Kenntnisse in der Gesellschaft? Wie werden gewonnene Eindrücke gedeutet und eingeordnet? Wer ist um Aufschluss darüber bemüht? Kurzum: Wer übernimmt die Rolle des Aufklärers? Auf diese und andere Fragen müssen zoologische Gärten durchschlagende Antworten parat haben. Nur dann vermögen sie ihrer grundsätzlich nicht angezweifelten Leitfunktion zu entsprechen. Doch ohne orchestrierte Anstrengungen können die hochgesteckten Anforderungen bei der angestrebten Zielsetzung wohl kaum erreicht werden, die auszumachenden Potenziale sich nicht entfalten. Dabei wäre eine Breitenwirkung nötiger denn je. Konkret ausgedrückt: Viele Seiten im Pflichtenheft sind noch unbeschrieben. Zoologische Gärten sollten sich deshalb in Sachen Informations- und Wissensvermittlung als Dienstleister verstehen, selbst einen zielgruppenorientierten Kommunikationsprozess in Gang setzen, vor allem die Interaktivität ermöglichen, ja fördern. Demnach hochkomplexe Vorgänge geschickt leiten – Mut zum Wahrsprechen im gesellschaftspolitischen Diskurs beweisen.  

Vielfältiges didaktisches Angebot
Knies Kinderzoo, die 1962 von den Brüdern Fredy Knie sen. und Rolf Knie sen. gegründete, privatwirtschaftlich geführte Einrichtung am oberen Zürichsee, will mit der Vermittlung verbaler und visueller Inhalte in erster Linie die Neugier von Kindern und Jugendlichen wecken, die sie begleitenden Erwachsenen jedoch nicht weniger ansprechen. Das erarbeitete Konzept besticht durch seine gestalterisch überzeugende Umsetzung, angefangen bei der in übersichtlichen Abschnitten gegliederten Typografie bis zur Bildinformation. Bewusst haben die Berner Spielentwickler den Texten über jede in den einzelnen Anlagen und Gehegen vorgestellte Tierart bebilderte Komponenten in Form von anschaulichen Erklärungen beigegeben. Ein wohlüberlegter Entscheid, der sich gelohnt hat. Denn bei den von wissenschaftlichen Illustratorinnen und Illustratoren geschaffenen Darstellungen sind arttypische Merkmale der jeweiligen Spezies hervorgehoben worden, wie sie auf Fotografien nicht erkennbar wären. Dass sich die dreidimensionalen Installationen bei Jung und Alt besonderer Beliebtheit erfreuen, ist leicht verständlich. Durch das Betätigen einer Vorrichtung einen Informationsgewinn erlangen, wen reizt das nicht? Das didaktische Angebot ist beispielhaft – und einzigartig sowieso. Knies Kinderzoo beabsichtigt mit seiner konsequenten – ideenreichen – Inszenierung, die auf das Alterssegment der 4- bis 12-Jährigen ausgerichtet ist, detailgenaue Aufklärungsarbeit zu leisten, die dazu führen soll, dass bei den Kindern die Lernbegier kontinuierlich wächst.

Entdecken und beobachten
Die pädagogisch hochwertigen Spielelemente, das Charakteristikum des seit 2017 bestehenden Edukationssystems, sind aus einer interdisziplinären Zusammenarbeit entstanden. Zwei Beispiele: «Der Pinguin ist ein Vogel, der unter Wasser fliegt», heisst es vor dem Zoohabitat der Humboldt-Pinguine (Spheniscus humboldti). Mit dieser Unterrichtung wird deutlich: Pinguine gehören zu den flugunfähigen Vögeln. Kinder, die (der Animation folgend) eine Kugel die vorgegebene Strecke herunterrollen lassen, erfahren obendrein, wie lange im Durchschnitt der Tauchgang der besagten Art dauert. Oder: Wer weiss, wo sich Eurasische Zwergmäuse (Micromys minutus) bevorzugt aufhalten? Richtig: «Die Zwergmaus ist auf Grashalmen zu Hause», die so stabil sind, dass sie den kugelartigen Nestern der kleinsten Tierform in Knies Kinderzoo festen Halt bieten. Den nachahmungsfreudigen Gästen, die es den behänden Nagetieren gleichtun, indem sie ihre Geschicklichkeit an den in unterschiedlichen Winkeln aufgestellten Kletterstangen erproben, wird diese biologisch wissenswerte Angabe sicherlich in Erinnerung bleiben. Zum genauen Hinsehen – zum Entdecken und Beobachten – fordert ausserdem die «Zoosafari», eine Erkundungstour, auf. Der Zoo des Wissens ist der Zoo der Zukunft.

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Knies Kinderzoo ist Mitglied im Dachverband der wissenschaftlich geführten Zoos der Schweiz (zooschweiz/zoosuisse). www.zoos.ch