Einblicke in die Savannen-WG

Lewa-Savanne im Zoo Zürich

Impalas, Grevyzebras, Säbelantilopen und Netzgiraffen in der Lewa Savanne des Zoo Zürich.

Zoo Zürich, Goran Basic

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Vor einem Jahr eröffnete der Zoo Zürich seine neuste Anlage – die Lewa Savanne. Seither befindet sich dort die flächenmässig grösste Wohngemeinschaft des Zoos. Der weitläufige Aussenbereich ist das Zuhause von 7 Tierarten und rund 60 Individuen, die (meist) friedlich miteinander leben. Damit das gelingt, hat der Zoo zahlreiche Massnahmen getroffen. Mit spezifischem Training haben einzelne Tiere sogar gelernt, auf ihren Namen zu hören.

Hierarchie auf der Savanne
Wer die Lewa Savanne im Zoo Zürich besucht, erblickt schon von Weitem die imposanten Baobab-Bäume. Ab da sind die Netzgiraffen, Breitmaulnashörner, Grevyzebras, Säbelantilopen und Impalas nicht mehr weit. Und auch Strausse und Perlhühner teilen sich die grosse Aussenanlage mit den übrigen Tieren.

Diese Artenkombination ist kein Zufall. Zum einen zeigt sie die Verbindung zum kenianischen Lewa Wildlife Conservancy, wo einige dieser Tiere tatsächlich denselben Lebensraum teilen. Zum anderen hat der Zoo darauf geachtet, unterschiedlich grosse Tierarten zu kombinieren. Die Kräfteverhältnisse sind so klar verteilt und es entsteht eine natürliche Hierarchie. Das Zusammenleben wird automatisch harmonischer.

Wären mehrere Tierarten gleich gross, müssten sie ständig aufs Neue untereinander ausmachen, wer zuerst die Futterstelle oder den Komfortplatz nutzen darf. So aber ist es klar, dass in der Lewa Savanne die massigen Nashörner das Sagen haben. Höchstens die neugierigen Zebras trauen sich, sie hin und wieder zu necken. Damit sich auch unterlegene Tierarten wie etwa die scheuen Impalas zurückziehen und ungestört fressen können, hat der Zoo Nischen für sie eingerichtet. Konstruktionen mit engen Anordnungen von Bäumen, Ästen und Totholz verhindern, dass sich die grösseren Tiere dort einen Zutritt verschaffen können. Besucher, die genau hinschauen, können diese Bereiche erkennen.

Schritt für Schritt zur harmonischen Koexistenz
Dieses Zusammenleben unterschiedlicher Arten ist nicht nur für die Besucherinnen und Besucher ein Highlight. Auch für die Tiere ist diese Form von Gesellschaft wertvoll, denn sie bietet ihnen Beschäftigung und hält sie fit und gesund. Sie sind gefordert, da sie sich miteinander befassen müssen.

Dieses Miteinander entstand jedoch nicht über Nacht. Die Zusammenführung war ein ausgedehnter Prozess, den der Zoo schrittweise und im Tempo der Tiere umgesetzt hat. In einer ersten Phase lernten sich die einzelnen Tiere zuerst innerhalb ihrer Gruppe kennen. Denn einige Individuen kamen einzeln im Zoo Zürich an wie beispielsweise die Giraffendamen Malou, Jahi, Luna und Irma. Gleichzeitig gewöhnten sie sich an die Tierpflegerinnen und Tierpfleger sowie die Stallungen. War dieser Schritt geschafft, durften sie die Aussenanlage innerhalb der eigenen Gruppe erkunden. Ab diesem Punkt konnte der Zoo die zweite Phase einleiten, in der zuerst zwei Tierarten gleichzeitig, dann drei usw. zusammen die gesamte Anlage begehen konnten. Dieser gesamte Prozess dauerte zirka fünf Monate. Er hat sich gelohnt, die Tiere haben sich eingelebt und das Zusammenleben funktioniert, wie man heute beobachten kann.

Was Nashörner mit Velohupen verbinden
Ein zentrales Puzzleteil für den Umgang mit den Tieren der Savannen-Anlage sind für den Zoo die sogenannten Rückrufe. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger haben jeder Art einen bestimmten Rückruf beigebracht. Dies gilt sogar für die Perlhühner.

Damit das funktioniert, arbeiten die Tierpflegenden mit positiver Verstärkung. Die Tiere erhalten bei gewünschter Reaktion auf das für sie definierte Geräusch eine Belohnung. Meistens in Form von Futter, das sie besonders mögen. Bei den Nashörnern zum Beispiel setzen die Tierpfleger eine Velohupe ein und geben zur Belohnung ein Leckerli. Die Giraffen hingegen hören auf den Klang einer Rassel sowie den Ruf ihres Namens.

Ziel des Trainings ist es, dass die Tierpfleger die einzelnen Tierarten unabhängig voneinander und zu jeder beliebigen Tageszeit abrufen können. Diese Rückrufe sind wichtig, um die Tiere zum Beispiel an kühlen Tagen abends zurück in den Stall zu bringen. Aber auch in anderen Situationen sind sie hilfreich, etwa, wenn eine Untersuchung durch den Tierarzt ansteht. Die Tiere kommen so freiwillig in den Stall und sind weniger bis gar nicht gestresst. 

Welchen Rückruf die Tierpflegerinnen und Tierpfleger im Zoo Zürich für welche Tierart nutzen und weitere spannende Informationen rund um die Lewa Savanne hören Sie in der ersten Staffel des Zoo Zürich Backstage Podcasts unter www.zoo.ch/podcast.

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