Überraschender Nachwuchs im Berner Tierpark

Im Dählhölzli Bern wurde ein Wisent geboren

Das kleine Wisent überraschte die Tierpfleger am Sonntagmorgen. 

Facebook/Tierpark Bern, Dählhölzli + Bärenpark

Kleines Wisent geboren
Und plötzlich war es da: Am Sonntagmorgen kam im Tierpark Dählhölzli in Bern ein kleines Wisentkalb auf die Welt. Die Tierpfleger freuen sich über den kleinen Hornträger, der in freier Wildbahn kaum eine Überlebenschance hätte.

Urgania ist mit 17 Jahren die älteste Wisentkuh der Herde im Berner Tierpark Dählhölzli. Darum rechnete kaum einer damit, dass die Grand Dame noch einmal Nachwuchs bekommen würde. Besonders nicht so spät im Jahr. 

Doch am Sonntagmorgen dann die Überraschung: Urgania hatte ein Kalb bei Fuss: «Bei Wisenten sieht man nicht sehr deutlich, ob sie tragend sind. Aufgrund von Beobachtungen, wann die Kühe stierig sind und ob der Stier auch Interesse zeigt, kann die Tierpflegerin oder der Tierpfleger rückschliessen, dass eine Kuh trächtig sein könnte. Der verantwortliche Tierpfleger hatte es bei Urgania auf dem Radar», sagt Doris Slezak, Leiterin Sektion Kommunikation und Marketing im Berner Tierpark.

Wisent-Kalb hätte in freier Natur keine Chance

Dass Wisente so spät im Jahr, in seltenen Fällen bis in den Dezember, werfen, habe man im Tierpark Bern in den letzten Jahren immer wieder beobachten können, erklärt sie weiter. «Das ist sowohl bei uns im Tierpark vorgekommen aber auch in andere Zoos. Ob das auch in der Natur passiert, wissen wir nicht. Wenn ja, dann haben die spätgeborenen Jungtiere in der Natur viel geringere Chancen zu überleben, da das Futterangebot weniger nahrhaft ist. Und sobald der Schnee einsetzt, gibt es nicht noch weniger zu fressen, um ein so junges Kalb durchzubringen.»

In Bern aber ist das anders. Hier werden der kleine Nachzügler und seine Mutter mit reichlich Futter versorgt. Urgania ist übrigens mit ihren 17 Jahren eher eine Spätgebärende. In freier Wildbahn komme das selten vor und auch im Tierpark ist Nachwuchs in dem Alter eher selten. «Auch das hat wahrscheinlich mit dem guten Ernährungszustand der Tiere zu tun», sagt Slezak. Der kleine Paarhufer ist übrigens ein Weibchen, wie der Tierpfleger feststellen konnte.

Einen Namen hat die junge Dame allerdings noch nicht. Dazu meint Doris Slezak: «In der Regel warten wir die ersten Wochen ab und dann diskutieren über die Namen.»

Autor

Redaktorin Berit-Silja Gründlers

Berit-Silja Gründlers

Berit-Silja Gründlers ist Online-Redaktorin bei der «Tierwelt». Privat hat sie vom Guppi bis zum Kaltblut schon so ziemlich jedes Haustier angeschleppt und hat darum daheim «Tier-Verbot». Das aktuellste und grösste Projekt ist ihre 15-jährige Mèrens-Stute, die sie aus einem spanischen Touristen-Stall gerettet hat und der sie mit viel Geduld zeigt, dass Menschen auch ganz nett sein können. Besonders, wenn sie Kekse in der Tasche haben. 

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