Gummiboot-Littering
Friede, Freude, Plastikkuchen?
Das «Aareböötle» stellt jeden Karibikurlaub in den Schatten. Doch das sommerliche Vergnügen ist längst kein Geheimtipp mehr. Zu Tausenden schaukeln an Spitzentagen die Gummiboote die Aare herunter und landen häufig in der Tonne.
Die Strecke Thun-Bern im Gummiboot ist für jedes Alter ein Highlight, vorausgesetzt die Mitfahrenden sind des Schwimmens kundig. Die Kraft des Flusses wird oft unterschätzt: Jedes Jahr kommt es beim «Aareböötle» zu schweren Unfällen. Die wichtigsten Regeln lauten: Wetterprognosen und -bedingungen checken, sich mit der Strecke vertraut machen, Rettungsweste anziehen und die Boote mit Namen, Telefonnummer und Adresse anschreiben. Ebenso wichtig: Die Boote nicht zusammenbinden. Und sie nach der Fahrt nicht einfach links liegenlassen.
Das Littering-Problem auf und neben der Aare hält die Stadt Sommer für Sommer auf Trab. Viele treten ihre Heimreise ohne ihre Boote an, die im Handel zu Schleuderpreisen erhältlich sind. Im Jahr 2025 wurden allein an der Auswasserungsstelle im Marzili fast vier Tonnen Gummiboote entsorgt. Die Stadt versucht mit grossen Containern, aber auch mit Kampagnen Gegensteuer zu geben, damit die Boote mehrmals gebraucht oder zumindest korrekt entsorgt werden. Die Message leuchtet auf Plakaten, aber auch Personal zirkuliert, um Menschen für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.
«Gummiboote sind keine Einwegprodukte. Falls während der Fahrt etwas kaputt geht, lassen sie sich mit wenig Aufwand reparieren», sagt Rebekka Brönnimann von der städtischen Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. Bequeme Naturen sind mit gemieteten Booten auf der sicheren Seite, Souvenirjäger mit einer Tasche des Berner Start-ups «Boat2Bag», das entsorgten Gummibooten in Form von Rucksäcken und Taschen ein zweites Leben schenkt.
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