Da ist er wieder! Ein Kolibri am Schweizer Sommerabend? Ist er aus dem Zoo entwischt? Nein, es handelt sich um dasTaubenschwänzchen. Das Insekt rollt seinen Rüssel gezielt in die süsslich duftenden Blüten des Waldgeissblatts aus und trinkt Nektar.

Die Pflanze rankt auf einem Balkon einem Holz-gestell entlang. Sie bietet nicht nur einen guten Sichtschutz zur Nachbarschaft, sondern auch einen gedeckten Tisch für Nachtschwärmer. Davon gibt es viele. Auch das Taubenschwänzchen gehört dazu, obwohl es tagsüber und im sommerlichen Abendlicht fliegt. «Die Mehrheit aller Schmetterlinge gehört zu den Nacht-faltern», sagt Hans-Peter Wymann. Es gebe um die3600 Arten in der Schweiz. Ihnen stünden lediglich etwas mehr als 200 Tagfalter gegenüber. Der Schmetterlingsexperte, Buchautor und ehemalige Kurator der Schmetterlingssammlung des NaturhistorischenMuseums Bern erklärt, wie Tag- und Nachtfalterunterschieden werden können: «Die Fühler von Tagfaltern sind am Ende zu einer Keule verdichtet.…

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