Fokus
Das unbeachtete Fischsterben in der Schweiz
In den Turbinen der Kraftwerke am Hochrhein sterben immer wieder unzählige Aale. Das stille Massensterben steht exemplarisch für den dramatischen Zustand der Schweizer Fischwelt. Einer Welt, die allzu oft unter dem Radar bleibt – obwohl sie Aufmerksamkeit bitter nötig hätte.
Ein Bild des Grauens bot sich Ende Februar allen, die am Ufer des Hochrheins im Norden der Schweiz unterwegs waren: Unzählige verletzte, verstümmelte und tote Aale trieben im Wasser, manche wurden von der Strömung ans Ufer gespült.
Eigentlich hätten die schlangenartigen Fische – vorwiegend Weibchen – eine rund 6000 Kilometer lange, faszinierende Wanderung vor sich gehabt. Im Bodensee gross geworden, machen sich Aale jeweils in den Wintermonaten auf den Weg zur Sargassosee, einem Meeresgebiet im Atlantik mit einzigartigem Ökosystem, um zu laichen. Doch im Hochrhein stehen ihnen 21 grosse Wasserkraftwerke ohne Fischabstieg im Weg. Die Turbinen der Anlagen sind für die Fische der einzige Ausweg flussabwärts – und damit ihr Ende.
Das erste Kraftwerk befindet sich in Schaffhausen. Forschende vermuten, dass bereits dort 90 Prozent aller wandernden Aale sterben. Jedes der folgenden zwanzig Rheinkraftwerke bis Basel rafft von den überlebenden Tieren weitere 90 Prozent dahin. «Rechnet man das…
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