Teamwork unter der Oberfläche
Fruchtbarer Boden durch Bodenlebewesen: Die wichtigsten Helfer im Überblick
Eine ganze Schar unscheinbarer Bodenbewohner gräbt, zerkleinert und transportiert organisches Material, belüftet die Erde, verteilt Nährstoffe und trägt so entscheidend dazu bei, dass das Ökosystem stabil und fruchtbar bleibt. Hier eine Übersicht der meist unsichtbaren Helferlein.
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Asseln
Als Müllabfuhr des Waldbodens fressen Asseln abgestorbene Blätter, morsches Holz und andere organische Reste, die sie zu winzigen Partikeln zerkleinern. Damit bereiten sie den Weg für Bakterien und Pilze, welche die organische Substanz noch weiter abbauen. Ihre Tunnel sorgen ausserdem für Belüftung und begünstigen die Wasseraufnahme des Bodens. Asseln sind übrigens die einzigen Krebstiere, die dauerhaft an Land leben – um nicht auszutrocknen, benötigen sie ein feuchtes Milieu.
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Tausendfüsser
Tausendfüsser ernähren sich als Vegetarier von abgestorbenen Pflanzenresten, Blättern und Laub, das sie sorgfältig zerkleinern. Mit ihren zahlreichen Beinen transportieren sie das organische Material wiederum durch den Boden und verteilen die Nährstoffe gleichmässig. Ihr grosses Krabbeln stabilisiert dabei die Humusschicht, die für das Pflanzenwachstum entscheidend ist.
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Milben
Die mikroskopisch kleinen Spinnentiere kommen in so gut wie fast allen Böden vor. Unter ihnen spielen besonders Oribatid-Milben eine wichtige Rolle bei der Zersetzung von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Andere Milbenarten ernähren sich von Bakterien, Pilzen oder anderen kleinen Bodentieren und tragen dadurch zur Regulierung von Populationen und zur Stabilität des Bodenökosystems bei.
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Springschwänze
Springschwänze, die auch gerne in Wurmkisten vorkommen, sind winzige, nur wenige Millimeter grosse Insektenverwandte – sie sind keine echten Insekten. Auf ihrem Speiseplan stehen hauptsächlich Pilzsporen, Bakterien und abgestorbenes Pflanzen-material. Mit ihrem Sprungapparat können sie sich blitzschnell in der oberen Bodenschicht und im Laub bewegen. Dort kommen sie extrem zahlreich vor: In einem Quadratmeter Waldboden können Millionen dieser winzigen Tiere leben und so das Bodenleben enorm beeinflussen.
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Nematoden
Im Boden gehören Nematoden zu den wichtigsten Recycling-Spezialisten. Die mikroskopisch kleinen Würmer ernähren sich ebenfalls von Bakterien, Pilzen oder anderen kleinen Bodentieren und setzen dabei Nährstoffe frei, welche Pflanzen aufnehmen können. Manche Arten sind räuberisch und fressen Schädlinge, wie etwa Trauermücken oder Engerlinge. Dadurch bewahren sie Pflanzen vor einem Befall.
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Käferlarven
Käferlarven, wie die der Rosenkäfer und Nashornkäfer, ernähren sich überwiegend von abgestorbenem organischem Material wie Blättern, Humus oder verrottendem Holz. Mit ihrer Grabaktivität lockern sie jedoch auch den Boden, verbessern so die Durchlüftung und erleichtern die Wasseraufnahme. Gleichzeitig schaffen ihre Gänge Mikrohabitate für andere Bodenorganismen.
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Ameisen
Keine Lebewesen sind wohl so gut organisiert wie Ameisen. Die unermüdlichen Arbeiterinnen transportieren auf ihren Strassen und durch ihre Tunnel unaufhörlich Samen sowie Nährstoffe und verteilen organisches Material. Die von ihnen gegrabenen Tunnel verbessern die Bodenstruktur, erleichtern die Wasseraufnahme und schaffen Lebensräume für andere Bodentiere. Sie sind wahrlich unverzichtbare Bodenarchitekten, die erheblich zur Stabilität ganzer Ökosysteme beitragen.
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