Ausgestorben
Dodo: von wegen Tollpatsch
Über lange Zeit galt der Dodo – eine der bekanntesten ausgestorbenen Tierarten – als plumper, träger Laufvogel. Zu Unrecht: Eine britische Studie wirft ein neues Licht auf dieses spezielle Tier.
Nachdem europäische Seefahrer Mauritius, die Heimatinsel des Dodos, im Jahr 1598 zum ersten Mal angesteuert hatten, dauerte es keine hundert Jahre, bis der flugunfähige Laufvogel verschwunden war. Die Seeleute jagten den einen Meter grossen und 20 Kilo schweren Laufvogel und assen ihn in rauen Mengen, obwohl sein zähes Fleisch alles andere als eine Delikatesse war, so die Überlieferung. Doch damit nicht genug: Eingeschleppte Tiere wie Hunde, Katzen und Ratten machten sich auch über seine Eier und die Jungtiere her.
Mehrere britische Studien haben mittlerweile das traditionelle Bild des Dodos als ungeschicktes, dummes Tier korrigiert. In Tat und Wahrheit handle es sich um einen wendigen, flexiblen Vogel, so die Forscher: Er war perfekt an seinen Lebensraum auf Mauritius angepasst, bevor er von Menschen und eingeschleppten Tieren ausgerottet wurde. Das geht aus historischen Berichten und Knochenfunden hervor, welche die Forscher analysierten. Ihr Fazit: Der Dodo konnte dank seiner kräftigen Fussmuskulatur schnell laufen und klettern.
Das Institute of Science and Technology Austria vermeldete am 1. April dieses Jahres einen bahnbrechenden Forschungserfolg. Es sei dank modernsten Genome-Editing-Techniken und jahrzehntelanger Evolutionsforschung einem multidisziplinären Team gelungen, den flugunfähigen Vogel wieder zum Leben zu erwecken. Ein Meilenstein im Kampf gegen das Artensterben, schrieb das Institut. Kein Aprilscherz ist, dass das Artensterben rasant weiter geht: Derzeit sind ein Viertel der Säugetierarten, jede achte Vogelart, mehr als 30 Prozent der Haie und Rochen und 40 Prozent der Amphibienarten bedroht.
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