1. Beleuchtung minimieren

Künstliche Lichtquellen verwirren nachtaktive Insekten. Sie verlieren die Orientierung und finden so kein Futter oder keinen Partner für die Fortpflanzung. Wer nicht ganz auf Licht im Dunkeln verzichten kann, sollte möglichst schwaches Licht anzünden und es nicht in Bäume, Büsche oder Hecken richten, sondern möglichst gegen den Boden. Und das Wichtigste: Beim Zubettgehen wieder ausschalten. Solarlampen, welche die ganze Nacht durchleuchten, sind keine gute Idee.

3. Im Insektenhotel wird jeder Wunsch erfüllt

Je mehr unterschiedliche Nistmöglichkeiten ein Insektenhotel bietet, desto wertvoller ist es für die Biodiversität. Manche Tiere bevorzugen kleine Löchlein im Holz, andere brauchen grössere. Manche wollen ihre Eier nicht in einem Schilfrohr absetzen, sondern in Hartholz oder in einem einfachen Pflanzenstängel. Schmetterlinge fühlen sich in dünnen Ästen mit einer Dicke von weniger als fünf Millimetern wohl – besonders, wenn das Nest durch eine Holzwand geschützt ist. Als Eingang brauchen sie einen vertikalen Schlitz. Holzwolle und Zapfen locken Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer in den Garten – allesamt gern gesehene Nützlinge.

Für weitere Wildbienen bieten sich auch vertikale Wände aus Lehm an. Diesen brauchen übrigens auch andere Wildbienen als Baumaterial, um ihre Röhrchen zu verschliessen. Deshalb ist es wichtig, offene Bodenflächen anzubieten. Gerade sandige Böden bieten auch Bruthöhlen für bodennistende Arten.

2. Zehn Monate Blütenpracht

Wer Insekten Nahrung bieten will, sollte nicht nur darauf achten, heimische Blumen zu pflanzen. Ideal ist, wenn vom Frühjahr bis zum ersten Frost etwas blüht. Mit Schneeglöckchen, Krokussen und Narzissen startet die Saison bereits im Februar. Die mehrjährige Fetthenne oder manche Sonnenblumenarten bieten oft eine letzte Nahrungsquelle vor dem Winter.

4. Benjeshecken gehen überall

Ein paar Pflöcke einschlagen, dazwischen Äste stapeln und fertig ist das Zuhause für diverse Tierarten – darunter auch Insekten. Die Benjeshecke wurde ursprünglich beliebt als günstige Methode, einheimische Hecken in den Garten zu holen. Denn auch Vögel verstecken sich gerne zwischen den Ästen und bringen allerlei Samen in ihre Bleibe So sollen nach einigen Jahren aus einem Stapel zersetzter Äste ganz von allein Hecken entstehen. Da in der Zeit dazwischen viele Tiere vom Totholzhaufen profitieren, ist auch der ökologische Wert gross. Deshalb empfiehlt der WWF sogar, Benjeshecken nach Möglichkeit auch auf Balkonen und Terrassen anzulegen. Für das Kleinformat werden statt meterlangen Ästen Stängel von Himbeeren, Brombeeren, Heckenrosen oder Schwarzem Holunder empfohlen.

5. Nützlinge statt Insektizide

Nicht alle Insekten sind gern gesehene Gäste im trauten Heim. Mücken, Wespen und Ameisen gehören zu den meistgehassten Sechsbeinern. Um sie loszuwerden, ist der Griff zu effizienten, aber wenig umwelt- und tierfreundlichen Mitteln allzu verlockend. Im Zweifelsfall macht es deshalb Sinn, Profis zu Rate zu ziehen, die auch mal ein Wespennest umsiedeln können, anstatt es mit ominösen Sprays zu vergiften. Bei manchen Schädlingen wie Blattläusen und Ameisen gibt es auch Methoden, ihnen mithilfe von Nützlingen an den Kragen zu gehen.

6. Eingegrabenes Totholz

Wer Totholzkäfer wie Nashornkäfer unterstützen möchte, sollte darauf achten, abgestorbenes Holz nicht nur in eine Ecke zu legen, sondern teilweise einzugraben. Nur so ist die Feuchtigkeit gegeben, dank welcher das Holz in den richtigen Zersetzungsprozess kommt. Am einfachsten umzusetzen und am wertvollsten für die Käferlarven sind alte Baumstrünke, die einfach stehen gelassen werden. In der Schweiz gibt es neben dem Hirsch- und Nashornkäfer noch Hunderte andere Käferarten, die auf solche Lebensräume angewiesen sind – darunter auch Feuerkäfer oder Asseln.

7. Wenn sich Faulheit auszahlt

Englische Rasen bedeuten eine Menge Arbeit. Doch abseits von Sportplätzen haben sie ohnehin wenig Nutzen. Aus der Sicht von Insekten zumindest sind verwucherte Blumenwiesen um einiges attraktiver als eine makellose Grünfläche. Es lohnt sich deshalb, sich beim Mähen auf unbedingt notwendige Gehwege zu beschränken und den Rest des Gartengrüns der Wildnis zu überlassen. Wer sich über summende Besucher freut, wird dafür belohnt. Auch möglichst spätes Mähen ist schon etwas wert. Dasselbe gilt übrigens für verdorrte Blütenstände und vertrocknete Stängel von Beerensträuchern im Herbst: Auch da galt früher, alles sofort wegzuschneiden, damit der Garten möglichst aufgeräumt aussieht. Leider werden den Insekten damit wertvolle Bruthöhlen und Winterquartiere geraubt. Deshalb besser – wenn überhaupt – erst im Frühling schneiden.