Sils im Domleschg (GR)
Tausende Fische sterben nach abruptem Wasserrückgang in der Albula
Eine technische Störung in einem Kraftwerk hat in der Albula und im Hinterrhein ein massives Fischsterben verursacht. Auf einer mehrere Kilometer langen Strecke verendeten mutmasslich mehrere Tausend Fische.
Am Sonntagabend, 26. Juli bot sich Fischern bei Sils i.D. (GR) ein ungewöhnliches Bild: Die Albula führte plötzlich kaum noch Wasser. Daraufhin alarmierten sie umgehend die Kantonspolizei und den zuständigen Fischereiaufseher.
Nach ersten Abklärungen war eine technische Störung im Kraftwerk Sils i.D. des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz) dafür verantwortlich. Die Wassermenge in der Albula sei dadurch sehr schnell und stark zurückgegangen, teilte die Kantonspolizei Graubünden in einer Medienmitteilung mit. Grosse Bereiche der Albula und des Hinterrheins unterhalb des Zusammenflusses fielen während rund einer Stunde trocken.
Für die Fische hatte der abrupte Wasserrückgang gravierende Folgen. Zwar versuchten Fischer, möglichst viele Tiere zu retten. Auf einigen Dutzend Metern konnten sie mehr als 100 Fische zurück in den Fluss setzen. Auf der mehrere Kilometer langen betroffenen Strecke dürften jedoch mehrere Tausend Fische verendet sein.
Wie es zu der technischen Störung kam und weshalb die Wassermenge derart rasch zurückging, ist Gegenstand weiterer Abklärungen.
Zwei Fischsterben innert weniger Wochen im Kanton
Der aktuelle Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen nach einem weiteren Fischsterben in Graubünden. Ende Juni waren im Sufnersee zahlreiche tote Fische entdeckt worden. Dieses Ereignis steht nach den bisherigen Erkenntnissen allerdings nicht mit der Stromproduktion in Zusammenhang.
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Die Abklärungen ergaben, dass die Veränderungen des Seepegels im Rahmen des ordentlichen Betriebs und der geltenden Konzessionsbestimmungen erfolgten. Im Fokus steht inzwischen ein massives Algenwachstum im Uferbereich. Die dadurch veränderten Umweltbedingungen könnten sich im Zusammenspiel mit den regulären Schwankungen des Seespiegels verstärkt haben.
Die beiden Ereignisse haben damit nach aktuellem Kenntnisstand unterschiedliche Ursachen.
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