Anhaltende Trockenheit
«Grösstes Fischsterben aller Zeiten» droht: Fische in Luzerner Gewässern unter Druck
Die Situation spitzt sich zu: Auch in Luzerner Gewässern gefährden und stressen die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen die Fische. Der Fischereiverband Kanton Luzern fordert aktuelle Verhaltensregeln und langfristige Gewässerschutzmassnahmen.
Seit Wochen fehlen Niederschläge und Abkühlung. Umstände, die nicht nur auf unser Leben fatale Folgen haben, wie Markus Fischer, Co-Präsident des Fischereiverbandes Kanton Luzern (FKL) in einer Medienmitteilung betont. «Kaum jemand spricht über die tödlichen Folgen der Trockenheit auf Fauna und Flora in und an den Gewässern.» Co-Präsidentin Sara Muff ergänzt: «Wer heute an Bächen steht, sieht zu oft ausgetrocknete Abschnitte vor sich oder Fische, die in viel zu warmem Wasser ums Überleben kämpfen.»
Der FKL zeigt sich zutiefst besorgt. Der Verband schreibt: «Ohne Niederschläge und Abkühlung droht der Schweiz das grösste Fischsterben aller Zeiten.» Die Lage im Kanton Luzern sei nicht nur in kleineren, sondern auch in verschiedenen mittelgrossen Fliessgewässern kritisch. Betroffen seien unter anderem die Wigger, die Wyna, der Aabach sowie zahlreiche weitere Bäche.
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Auch die Pegelstände grösserer Gewässer wie der Reuss, der Emme und des Baldeggersees lägen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Fische würden in ausgetrockneten Bachbetten oder in viel zu warmem Wasser verenden. Die Existenz vieler Wasserbewohner sei gefährdet, schreibt der FKL.
Gestresst sind Fische – speziell für kältebedürftige Arten wie Forellen und Äschen – bereits ab 20 Grad Wassertemperatur. Bei 22 oder 23 Grad wird eine kritische Grenze überschritten: Kälteliebende Arten leiden zunehmend an Sauerstoffmangel. Ab 25 Grad Wassertemperatur oder mehr über einen längeren Zeitraum wird es für diese Fische kritisch und kann zum Todesurteil werden.
Mithilfe der Bevölkerung gefragt
Um die gefährdeten Wasserbewohner zu schützen, bittet der FKL die Bevölkerung um Mithilfe und schlägt folgende Verhaltensregeln vor:
- Verzicht auf Wasserentnahmen gemäss geltendem Verbot des Kantons Luzern
- In Gewässern mit noch fliessendem Wasser keine künstlichen Stauungen bauen: Bereits wenige Zentimeter hohe Schwellen versperren Forellen und Äschen den Weg zu kühleren Wasserstellen.
- Auf das Durchwaten von kleineren Bächen und das Baden an signalisierten Stellen grösserer Gewässer verzichten
- Hunde nicht in Bächen baden lassen
- Keine unnötigen Freizeitaktivitäten in flachen Gewässerabschnitten
- Wasser sparsam verwenden
- Verzicht auf die Fischerei in vom Wassermangel betroffenen Bach- und Flussabschnitten
Der FKL fordert auch längerfristige Schutzmassnahmen. Die Auflagen des revidierten Gewässerschutzgesetzes müssten konsequenter und vor allem viel zügiger umgesetzt werden, betont der Verband.
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