Nationale Aktionswoche
Lebensmittelverschwendung: Was eine Woche ohne Food Waste in der Schweiz bewirken könnte
In der Schweiz landen jedes Jahr grosse Mengen Lebensmittel im Abfall. Eine neue nationale Aktionswoche will zeigen, wie sich Food Waste im Alltag vermeiden lässt. Vom 12. bis 20. September steht deshalb die Lebensmittelverschwendung im Fokus.
Rund 30 Millionen Mahlzeiten: So viele Lebensmittel könnten in der Schweiz theoretisch gerettet werden, wenn die Haushalte während nur einer Woche nichts wegwerfen würden. Die Zahl zeigt, wie gross das Potenzial zur Vermeidung von Food Waste ist. Denn pro Person landen in Schweizer Privathaushalten jährlich durchschnittlich rund 80 Kilogramm Lebensmittel im Abfall.
Um auf das Problem aufmerksam zu machen, findet vom 12. bis 20. September 2026 erstmals die Nationale Woche gegen Food Waste statt. Mehr als 40 Organisationen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Hand beteiligen sich daran. Unter dem gemeinsamen Motto «Mach mehr draus» planen sie Veranstaltungen, Sensibilisierungsaktionen und Informationsangebote. Auch praktische Tipps für den Alltag sollen dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel im Abfall landen.
Oft wäre Vermeiden einfach
Ein Teil der weggeworfenen Lebensmittel liesse sich mit vergleichsweise einfachen Massnahmen vermeiden. Wer gezielter einkauft, Lebensmittel richtig lagert oder beim Kochen Reste verwertet, kann dazu beitragen, Food Waste zu reduzieren. Die Aktionswoche will deshalb nicht nur über die Folgen der Verschwendung informieren, sondern vor allem konkrete Möglichkeiten zum Handeln aufzeigen.
Das ist auch aus ökologischer Sicht relevant. Lebensmittelverluste verursachen gemäss den Angaben der Initianten rund ein Viertel der Umweltbelastung unserer Ernährung. Damit ist Food Waste ein bedeutender Teil des ökologischen Fussabdrucks der Schweizer Ernährung.
Gleichzeitig hat sich die Schweiz im Rahmen der Agenda 2030 dazu verpflichtet, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. Der Weg dorthin ist allerdings anspruchsvoll. Studien zeigen laut den Organisatoren, dass viele Menschen grundsätzlich bereit sind, ihr Verhalten zu verändern. Häufig fehle es jedoch an konkreten Informationen oder an einfachen Möglichkeiten, dies im Alltag umzusetzen.
Eine Woche als Anstoss
Die Nationale Woche gegen Food Waste soll deshalb vor allem einen Anstoss geben. Die beteiligten Organisationen setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte und sprechen ihre jeweiligen Zielgruppen über eigene Aktivitäten und Kommunikationskanäle an.
Dass eine solche Aktionswoche etwas bewirken kann, zeigt laut den Initianten das Beispiel der Niederlande. Dort findet die «Food Waste Free Week» bereits seit mehreren Jahren statt. Internationale Erfahrungen deuten zudem darauf hin, dass Investitionen in die Sensibilisierung der Bevölkerung Einsparungen ermöglichen können – sowohl in den Haushalten als auch bei den kommunalen Entsorgungskosten.
Ob aus neun Tagen Aufmerksamkeit tatsächlich eine dauerhafte Veränderung im Umgang mit Lebensmitteln entsteht, hängt letztlich vom Alltag danach ab. Die 30 Millionen potenziell geretteten Mahlzeiten zeigen jedoch, dass bereits kleine Veränderungen vieler Haushalte eine grosse Wirkung entfalten könnten.
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