Jeder Zentimeter zählt
Kein Balkon zu klein, um Lebensraum für Insekten zu sein. Wer etwas für unsere Krabbeltiere tun möchte, hat auch ohne Garten zahlreiche Möglichkeiten.
Eisige Temperaturen
Wenn der Winter Einzug hält und keine Biene mehr summt, ist es erstaunlich still in der Natur – doch der Schein trügt: Viele Insekten verschwinden nicht, sie überdauern gut versteckt unter der Erde, in Stängeln oder Dachböden bis zum Frühling.
Unverzichtbares Summen
Wildbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern von Kulturpflanzen. Mehrere Projekte setzen sich dafür ein, dass es auf Landwirtschaftsbetrieben wieder mehr summt.
Gift
Gärtnerinnen und Gärtner, denen Insekten am Herzen liegen, greifen im Gartencenter zu den als bienenfreundlich deklarierten Pflanzen. Allerdings können sich auf den Blumen und Stauden Pestizide befinden, die einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der summenden Bestäuber haben.
Es grünt so grün
Der Balkon ist nicht nur ein idealer Ort, um die Seele baumeln zu lassen, mit moderatem Aufwand lässt sich hier auch ein Stück Natur schaffen. Wie es mit einer biodiversen Begrünung klappt, die auch Insekten zum Fressen gern haben, erklärt Biologin Sabine Tschäppeler.
Bodennistende Wildbiene
Das Voting ist beendet: Allererste Schweizer Biene des Jahres wird die Aschgraue Sandbiene. Sie steht stellvertretend für bodennistende Wildbienen – eine relativ grosse, oft übersehene und stark bedrohte Gruppe. Klassische Insektenhotels nützen ihnen nichts.
Ernte 2024
Imkerinnen und Imker aus verschiedenen Regionen in der Schweiz und in Europa vermelden, dass sie grosse Mengen Zementhonig in ihren Völkern haben. Der Honig, den die Bienen in den Zellen lagern, ist kristallisiert und hart. Übeltäter sind Läuse der Rottanne und Lärche.
Weniger ist mehr
Wer es mit Igeln, Eichhörnchen, Vögeln und anderen Wildtieren gut meint, sollte im Garten im Herbst nicht «tabula rasa» machen, sondern einige Ecken wild belassen. Weniger ist mehr, lautet die Devise. Sieben Tipps.
Wildbienenschutz
Rund 45 Prozent der Schweizer Wildbienen stehen auf der Roten Liste. Mit Wildbienenhäuschen und Aufklärungsarbeit setzt sich das Schweizer Unternehmen Wildbiene + Partner seit nun 10 Jahren für die wichtigen Bestäuber ein.
«GOLDENER SCHMETTERLING»
Christine (37) und Christoph Murer (43) verwandelten ihren zubetonierten Parkplatz in einen 607 Quadratmeter grossen naturnahen Garten.
Cony Zwahlen (44) sitzt nicht gerne still. So kam es, dass innert zwei Jahren aus 500 m2 verwucherter Böschung ein wahres Naturparadies entstand.
Markus Graf-Meyer (70) verwandelte die uniforme Betonwüste seiner 100 Quadratmeter grossen Terrasse in eine Oase für einheimische Pflanzen, Insekten und Vögel.
Zwanzig Quadratmeter gross ist die biodiverse Oase von Fabian Achilles (35) und Carmen Dunst (32). Über 54 Pflanzenarten sind auf kleinstem Raum zu finden.
Mit ihrem Know-how hat die ehemalige ETH-Studentin Nina Gremlich aus wenigen Quadratmetern Garten ein kleines Eldorado für allerlei Kleintiere geschaffen.
Maja Hüftle (56) hat mit ihrem Mann Oliver (57) auf der Überdachung der Einfahrt eine Ruderalfläche gestaltet, die zahlreiche Wildbienenarten und weitere Insekten anzieht.
Sandro und Annja Cecchele haben ihre Terrasse in ein Insektenrefugium verwandelt. Die Krabbeltiere werden durch zahlreiche Blütenpflanzen und Altholz angelockt.
Das grosse Honigschlecken
Bienen sind Bestäuber von Blüten und bewirken, dass sich überhaupt Früchte bilden. Die Honigsammler haben ein komplexes Leben. Ruedi Lehmann aus dem bernischen Utzigen ist nicht nur Obstbauer, sondern auch Imker und Bienenzüchter.
Weltbienentag
Der Imkerverband BienenSchweiz will mit seiner neuen Plattform "immobienen.ch" die fleissigen Insekten unterstützen. Mit einer Spende können Wildbienenliebhaberinnen eine Blühfläche erwerben, auf der Bienen genügend Nahrung in Form von Wildblumen finden.
Forschung zum Biolandbau
Wer sich mit Landwirtschaft auseinandersetzt, ist vielleicht auch schon auf die Abkürzung FiBL gestossen. Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen dieser grossen Forschungsinstitution für Biologischen Landbau.
Forschung
Ein internationales Team unter Leitung des Forschungsinstituts WSL hat die Speisekarte von vier Wildbienenarten in fünf europäischen Städten bestimmt. Demnach weisen die Insekten unterschiedliche Strategien in der Ernährungsweise auf, die alle erfolgreich sein können.
Bienen
Gewitter und Stürme sind schuld daran, dass es beim Frühlings- und Sommerhonig Ausfälle gibt – teils massive.
Landwirtschaft
Je mehr blühende Kulturen und Wiesen, desto mehr Nahrung für Honigbienen und andere Bestäuber: Nicht nur genügend blühende Nahrungsquellen, sondern auch der Einsatz einer bienenfreundlichen Mähtechnik könne die Bestäubung in der Landwirtschaft unterstützen und den Verlust von Bienen vermindern.
Australien
Eine seit fast 100 Jahren verschollene Bienenart ist erstmals wieder an der australischen Ostküste gesichtet worden. Davor war das Insekt seit 1923 nicht mehr gesehen worden.
Fokus: Hornissen
Dass drei Hornissenstiche einen Menschen töten können, ist schlicht Quatsch. Hornissen sind nicht gefährlicher als Bienen und Wespen. Sollte trotzdem einmal ein Problem auftauchen, gibt es Umsiedelungsspezialisten wie David Hablützel.
Am Mittwoch war Weltbienentag. Passend dazu lädt eine neue Website zu einer Tour durch den Garten oder Balkon aus Sicht der Bienen ein.
Jetzt abstimmen!
Mehr als 600 Bienenarten leben in der Schweiz. Davon sind 45 Prozent vom Aussterben bedroht. Um der Bevölkerung ihre individuellen Bedürfnisse näherzubringen und zu aktiverem Naturschutz zu motivieren, wird heuer zum ersten Mal eine «Biene des Jahres» gewählt.
«Goldener Schmetterling»
Der Biodiversitätspreis «Goldener Schmetterling» wird von der TierWelt jährlich an eine Privatperson vergeben.