Milliarden-Schaden nach Ölkatastrophe

Oel

Dramatische Ausmasse: Das ausgelaufene Oel in Russland sorgt für eine riesige Gewässerverschmutzung. 

Ante Hamersmit on Unsplash

Russische Arktis
Bei der Ölkatastrophe in der russischen Arktis ist nach Angaben der Behörden ein Milliarden-Schaden für die Umwelt entstanden.

Allein an den Gewässern belaufe sich die Summe auf mehr als 147 Milliarden Rubel (1,8 Milliarden Euro), teilte die russische Naturschutzbehörde Rosprirodnadsor am Montag in Moskau mit. Der Schaden für die Böden liege noch einmal bei rund 739 Millionen Rubel.

Ende Mai waren nach einer Havarie in einem Heizkraftwerk 21 000 Tonnen Öl ausgeflossen. Umweltschützer der Organisation Greenpeace sprachen von der grössten Ölkatastrophe in der Geschichte der russischen Arktis.

«Das Ausmass des Schadens an den arktischen Gewässern ist beispiellos», sagte Umweltminister Dmitri Kobylkin laut Agentur Interfax. Präsident Wladimir Putin hatte den Ausnahmezustand angeordnet. Er verpflichtete einen der reichsten Männer des Landes, Wladimir Potanin, für den Schaden aufzukommen. Der Chef des Nickelproduzenten Nornickel hatte nur eine Millionen-Summe genannt für die Beseitigung der Schäden nahe der Industriestadt Norilsk.

Viele Umweltskandale in der Tundra
Zuletzt häuften sich in der russischen Tundra die Umweltskandale. Nornickel hatte eingeräumt, hochgiftige Flüssigabfälle mit Schwermetallen und Säure in einen Fluss abgeleitet zu haben. Zudem brannte in der Nähe von Norilsk eine Müllkippe mit Industrieabfällen. Die russischen Ermittlungsbehörden haben mehrere Strafverfahren eingeleitet.

Die kremlkritische Zeitung «Nowaja Gaseta» kritisierte Behördenversagen bei den Umweltkontrollen in der seit Jahrzehnten von Verschmutzung geplagten Region. Zudem gebe es Kungeleien zwischen der Konzernführung von Nornickel und dem Staat, weshalb Verstösse gegen Umweltauflagen ungesühnt blieben.

«Das Ausmass des Schadens an den arktischen Gewässern ist beispiellos», sagte Umweltminister Dmitri Kobylkin laut Agentur Interfax.

Kommentare (0)