Seine Stimme klingt wie ein Radio, das im Weltall nach Empfang sucht. Der Kiebitz ist jedoch nicht nur für seine einzigartige Geräuschkulisse bekannt. Auch sein hübscher Kopfschmuck und sein Federkleid, das im Flug schwarz-weiss mit orangen und türkisfarbenen Bereichen besticht, ist weit herum bekannt – oder war es zumindest einmal. Ende der 1970er-Jahre zählten Ornithologen schweizweit noch mehr als 1000 Brutpaare. Seit 2015 stagniert die Population auf rund 200 Kiebitz-Paaren. Nach wie vor gilt die Vogelart als stark gefährdet.

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Als Gründe gibt die Naturschutzorganisation BirdLife zu kleine und qualitativ schlechte Lebensräume an. Früher brüteten die Kiebitze in weitläufigen Feuchtwiesen, entlang von Flüssen oder Moorböden. Dort waren sie auch gut geschützt vor ihrem Hauptfeind: dem Fuchs. Heute sind geeignete Lebensräume oft zu klein, zu trocken oder werden zu intensiv genutzt. Mobile Elektrozäune brachten bisher zu wenig Schutz. BirdLife begann daraufhin, grösser zu denken.

Sechs Hektaren grosse Ruheinsel

Nach fast zehn Jahren Entwicklungsarbeit ist es soweit: Im Grossen Moos bei Ins entstand ein sechs Hektaren grosses Gelände, das perfekt auf die Bedürfnisse der Kiebitze angepasst ist. Solarpumpen sorgen für den idealen Wasserstand und Schottische Hochlandrinder fressen alles auf die ideale Höhe hinunter. Ein permanenter Zaun soll zudem Füchse abhalten.

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BirdLife hofft nicht nur auf nachhaltigen Erfolg, sondern auch auf Nachahmer. «Ziel ist es, bewährte Erkenntnisse rasch weiterzugeben und unnötige Umwege zu vermeiden», heisst es in der Medienmitteilung der Naturschutzorganisation. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen: Einzelmassnahmen reichen nicht aus für die nötige Trendwende.

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