Vögel gehören zu den einfallsreichsten Baumeistern der Natur. Auch in der Schweiz lassen sich unterschiedlichste Nestbaustrategien der rund 200 Brutvögel beobachten: Höhlenbrüter nutzen Baum- oder Felshöhlen, Bodenbrüter verstecken ihre Gelege gut getarnt im Gras, und andere Arten formen kunstvolle Nester aus Zweigen, Moos oder sogar Lehm. Je nach Art und Lebensraum erfüllen die Nester ganz unterschiedliche Zwecke – sie schützen vor Kälte, halten Regen ab oder machen es Fressfeinden schwer, die gut versteckten Eier überhaupt zu finden. 

Doch was hierzulande bereits nach ausgeklügelten Strategien klingt, ist nur ein kleiner Ausschnitt der globalen Vielfalt. Weltweit existieren über 10'000 Vogelarten, und viele von ihnen haben Strategien entwickelt, die weit über das Gewohnte hinausgehen: von gigantischen Gemeinschaftsnestern bis hin zu fast vollständig fehlenden Nestern. Die folgenden Arten überraschen mit Lösungen, die ebenso ungewöhnlich wie faszinierend sind.

Siedelweber

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Siedelweber bauen riesige Gemeinschaftsnester in Akazien. Bis zu einer Tonne schwer und mit Dutzenden Brutkammern schützen sie Hunderte Vögel – und zugleich finden sogar andere Tiere hier Unterschlupf. Es sind gar Nester bekannt, die bereits über hundert Jahre bestehen.

Rosttöpfer

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Der Rosttöpfer baut sein kugelförmiges Lehmnest wie eine kleine Penthousesuite – auf Bäumen oder Masten. Beide Eltern transportieren dafür je rund 1500 Portionen Lehm, bevor das Nest innen mit Federn, Fell und Gras weich ausgekleidet wird. Obwohl das steinhart gehärtete Lehmhaus mehrere Jahre überdauert, wird jährlich neu gebaut.

Dorfweber

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Dorfweber errichten ganze Kolonien in Bäumen. Um die Gunst eines Weibchens zu erlangen, hängen sich die Männchen flügelschlagend an ihre Nester. Akzeptiert das Weibchen ein Nest, kleidet es das Gebilde mit Gras, Blüten und Federn aus. Mit den unzähligen Nestern wirken die Bäume dann fast wie geschmückte Weihnachtsbäume.

Trottellumme

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Statt Nester zu bauen, drängen sich diese Meeresvögel auf Felsen dicht an dicht – um die 20 Paare pro Quadratmeter. Die Birnenform ihres Eis verhindert dabei das Wegrollen. Dann folgt dennoch der Sprung ins kalte Wasser: Noch flugunfähige Trottellummen stürzen sich ins Meer und werden dort weiter betreut.

Feenschwalbe

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Feenseeschwalben verzichten gänzlich auf einen Nestbau. Sie legen ihr Ei direkt auf eine Astgabel. Damit das Ei jedoch nicht hinunterfällt, wechseln sich die Elternvögel beim Brüten ganz vorsichtig ab. Das geschlüpfte Junge klammert sich nach dem Schlüpfen mit Krallen und Schnabel am Ast fest.

Seidenlaubenvögel

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Die wohl kreativsten Baumeister sind Seidenlaubenvögel. Sie errichten kunstvolle Lauben aus Ästchen und dekorieren sie mit blauen Objekten – von Blüten bis zu Plastikstücken. Nur wer die schönste, blaueste Laube zeigt, kann sich gleich mit mehreren Weibchen verpaaren. Doch die Konkurrenz stiehlt und zerstört.