Kritik am Tag der Pausenmilch

Melken Milchkuh

Milch als gesunde Zwischenverpflegung: Die Debatte darüber ist entbrannt.

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Landwirtschaft
Tierschutzorganisationen haben zum Boykott des Tags der Pausenmilch an Schweizer Schulen aufgerufen. Was steckt dahinter?

Milch als gesunde Zwischenverpflegung: Seit vielen Jahren preist Swissmilk am Tag der Pausenmilch das Getränk als «gesunde Zwischenverpflegung» an, mit einer «sinnlichen Aktion», wie die Genossenschaft der Schweizer Milchproduzenten SMP auf ihrer Webseite schreibt. Die Selbsthilfeorganisation der Schweizer Milchbauern erinnert daran, dass auch heute wieder über 325'000 Schulkinder und Lehrpersonen in der ganzen Schweiz eine Portion Milch erhalten.

Bei Tierschützer*innen hingegen kommt das nicht gut an. Die Aktion sei eine reine Lobby-Veranstaltung für die Milchindustrie, und die habe an der Schule ohnehin nichts verloren, kritisieren sie. Animal Rights Switzerland, Tier im Fokus und die Vegane Gesellschaft Schweiz monierten am Mittwoch zudem, was mit Kühen und Kälbern in der Milchindustrie gemacht werde, sei nichts für Kinderaugen. Mutter und Kalb würden gleich nach der Geburt getrennt und das Kalb danach meistens geschlachtet. Diese düstere Realität sei kein Stoff für die erste Klasse. Deshalb sei es paradox, die Kinder mit Werbung für eine Industrie «zu bombardieren», die man gleichzeitig vor ihnen verheimlichen müsse.

Lieber Aufklärung über tier- und umweltfreundliche Alternativen

Kritik am «Tag der Pausenmilch» gibt es auch von der Tierrechtsorganisation Peta. Sie verlangt die Einstellung der Milch-Aktion mit den Worten: «Angesichts der Pandemierisiken durch die tierausbeutende Industrie, der Klimakatastrophe und des immensen Tierleids wird es höchste Zeit, nicht länger die Werbetrommel für die Muttermilch einer anderen Spezies und den Mythos der glücklichen Kuh zu rühren». 

Ihre alternative Forderung: Die Verantwortlichen sollen die Schüler*innen lieber über tier- und umweltfreundliche Alternativen aufklären und Pflanzendrinks ausgeben. 

Das sagt Swissmilk dazu

Swissmilk hält dazu unter anderem fest, dass Themen wie Ernährung und die Verarbeitung der Milch – beim Melken angefangen – im Lehrplan 21 verankert sind. Man biete deshalb Lehrpersonen die Möglichkeit, mit stufengerechtem Unterrichtsmaterial sowie einer Projektwoche diese Themen in der Klasse zu vertiefen. Swissmilk verweist des weiteren auf die offiziellen, in der Ernährungspyramide abgebildeten Empfehlungen. Sie würden klar zeigen, dass drei Portionen Milch sowie Milchprodukte zu einer ausgewogenen Ernährung gehören.

Der «Tag der Pausenmilch» bringe zudem Stadt und Land zusammen. Denn ausgeschenkt wird die Milch von Bäuerinnen und Landfrauen. Damit zeige man nicht zuletzt, dass es regionale und natürlich produzierte Lebensmittel gibt.

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