Anbau und Nutzen
Estragon – das beliebte Küchenkraut mit mystischer Vergangenheit
Sein Name führt in Märchenwelten, sein Geschmack in die französische Küche: Estragon hat viele Gesichter und noch mehr Geschichten zu erzählen.
Von «Dragun» bis Drachenkraut – die volkstümlichen Übernamen des Estragons geben einen ersten Einblick in seine sagenumwobene Vergangenheit. Sogar der wissenschaftliche Name Artemisia dracunculus leitet sich vom lateinischen «dracunculus», dem «kleinen Drachen», ab. Schon die antiken Griechen sahen im Estragon magische Kräfte. Ob das Kraut allerdings tatsächlich Schlangen und Drachen fernhält, bleibt dem Reich der Legenden überlassen.
Die ältesten Hinweise über die Nutzung des Estragons stammen aus dem China des zweiten Jahrtausends vor Christus. Erst viel später gelangte das Kraut über Handelsrouten nach Westeuropa, wo es ab dem Mittelalter in Kloster- und Bauerngärten kultiviert wurde. Besonders in Frankreich entwickelte sich eine ausgeprägte Tradition im Umgang mit Estragon. Bis heute ist er eine der tragenden Komponenten der «Fines herbes» und unverzichtbar für die Sauce Béarnaise. Sein Geschmack verbindet süssliche, leicht bittere und anisartige Noten, die besonders gut mit Ei,…
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