Zwischen knisternden Schilfhalmen hindurch, über Holzstege und an immer wieder anders gefärbten Moorlandschaften vorbei führt der flache, meist kiesbedeckte Wanderweg um den Pfäffikersee herum. Teichrosen und Schwertlilien leuchten gelb über dem dunklen Wasser oder zwischen dem Schilf. Wollgras und verschiedene Orchideenarten können beobachtet werden, und Kuckucks-Lichtnelke und Schlangenknöterich steuern zarte lila Farbtupfer bei.
Auf dieser gemütlichen Seeumrundung ist man auch an nassen oder nebligen Tagen selten allein. Der Pfäffikersee ist zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Natur- und Erholungsgebiet. Er entstand aus einer vom Linthgletscher ausgehobelten Mulde, die sich nach dem Rückzug des Gletschers während der letzten Eiszeit mit Wasser füllte. Durch eine Endmoräne am Nordwest- und Nordufer wurde der See gestaut. Mit der Verlandung bildeten sich rund um den See Schilf- und Sumpfgürtel, die im Robenhuser Riet eine Breite von einem Kilometer erreichten und heute Rückzugsmöglichkeiten und Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten bieten.
Erlebnisse für Gross und Klein
Der unter Naturschutz stehende See gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN). Kinder, die von den undurchdringlichen Schilfwäldern und Sumpfwiesen weniger fasziniert sind, lassen sich bestimmt vom Juckerhof begeistern. Dieser Erlebnishof bietet:
- ein Apfellabyrinth
- einen «Geisslipark»
- einen Spielplatz
- ein Hofrestaurant und einen Hofladen
- im Herbst geschnitzte Kürbisse in Dinosaurier- oder Märchenfigurenform
Der Juckerhof liegt etwas oberhalb des Pfäffikersees im Dorf Seegräben. Der Abstecher von wenigen Wanderminuten lohnt sich sehr, denn das Dorf besticht auch durch sein überregional bedeutendes Dorfbild mit vielen geschützten Bauten.
Überdüngung und neue Gefahren
Wie bei vielen anderen Seen in der Schweiz wurden auch beim Pfäffikersee in den 1980er-Jahren die Nährstoffwerte durch den Eintrag von Dünger aus der Landwirtschaft und Siedlungsabwasser zu hoch. Phosphate förderten das Algenwachstum, was den Sauerstoff im See drastisch verringerte und regelmässig im Spätsommer ein Fischsterben drohte.
Dank reduziertem Nährstoffeintrag und verbesserter Abwasserreinigung erholte sich der Pfäffikersee so weit, dass im Herbst 2014 die Pumpanlagen zur Sauerstoffanreicherung abgebaut werden konnten. Felchen und Seeforellen sollten künftig auch im Spätsommer in genügend sauerstoffreichem Wasser schwimmen können.
Gegenwärtig lauern jedoch neue Bedrohungen, wie die invasive Quagga-Muschel, die technische Anlagen schädigen und heimische Arten verdrängen kann. Der Pfäffikersee ist vermutlich noch frei von Quagga-Muscheln. Um ihre Ausbreitung zu verhindern, ist das Einwassern von Booten, die auf anderen Seen genutzt wurden, im Pfäffikersee verboten.
Spuren der Pfahlbauer und Römer
Das Gebiet war bereits um 3000 v. Chr. von Pfahlbauern besiedelt. Im Robenhuser Riet fand man Überreste ihrer Siedlungen. Interessierte können den Pfahlbauweg besuchen, der von Pfäffikon nach Wetzikon führt und an zehn Stationen über das Leben dieser Vorfahren informiert.
Wasserratten kommen beim Strandbad Auslikon oder beim Strandbad Pfäffikon auf ihre Kosten. Dazwischen wartet Geschichte zum Anfassen: Die Ruinen des römischen Kastells Irgenhausen liegen auf einer Anhöhe am Seeufer. Das um 300 n. Chr. erbaute Kastell war Teil des Hochrhein-Limes und wurde etwa hundert Jahre später aufgegeben. Von den restaurierten Grundmauern bietet sich ein weiter Blick – perfekt für ein Picknick an der Feuerstelle im alten Gemäuer.
Route
Start: Pfäffikon Bahnhof – in Richtung Uster zum Pfäffikersee – Seerundweg – Seegräben – Strandbad Auslikon – Römerkastell – Pfäffikon.
An- und Rückreise
Mit dem Zug nach bzw. ab Pfäffikon ZH.
Wanderzeit
2 Std. 45 Min.
Karte
Wanderkarte 1:50’000, Blatt 226T Rapperswil
Einkehren / Übernachten
Hotels und Restaurants in Pfäffikon. Verpflegungsmöglichkeiten bei den Strandbädern und beim Juckerhof.
Informationen
- Zürioberland Tourismus, Tel. 052 396 50 99, zuerioberland-tourismus.ch
- Vereinigung Pro Pfäffikersee, propfäffikersee.ch
- Juckerhof, Tel. 044 934 34 84, juckerfarm.ch/hoferlebnis/juckerhof
Hinweis
Der Weg um den Pfäffikersee ist kinderwagentauglich und rollstuhlgängig, gilt aber als mittelschwer. Sportliche Rollstuhlfahrer können ihn allein meistern, andere sollten einen motorisierten Rollstuhl oder eine Begleitperson mitnehmen.
Wenn der See gefriert
Bei lang anhaltender Kälte kann der Pfäffikersee zufrieren. Dazu braucht es eine Kältesumme von 120 °C (z. B. vierzig Tage mit –3 °C Tagesmittel). Bei einer Eisdicke von mindestens zwölf Zentimetern wird der See zum Betreten freigegeben. Letztmals war dies im Februar 2012 der Fall, als Zehntausende das Naturschauspiel nutzten, um über die Eisfläche zu spazieren oder Schlittschuh zu laufen.

