Bachneunauge
Der Urzeit-Vampir aus dem Bach
Es sieht aus wie ein Wesen aus einer anderen Welt: kein richtiger Fisch, kein sichtbarer Kiefer, dafür ein rundes Saugmaul voller hornartiger Zähnchen. Das Bachneunauge gehört zu den ältesten noch lebenden Wirbeltieren der Erde. Seine Vorfahren schwammen bereits durch Flüsse, lange bevor Dinosaurier die Erde bevölkerten.
Trotz seines Namens besitzt das Bachneunauge keine neun Augen. Die «neun Augen» entstehen durch sieben kleine Kiemenöffnungen hinter dem eigentlichen Auge sowie die Nasenöffnung. Das Tier gehört zu den Rundmäulern und damit zu einer uralten Tiergruppe, die sich bereits vor über 500 Millionen Jahren entwickelte. Damit ist das Bachneunauge evolutionär älter als praktisch alle heutigen Knochenfische.
In der Schweiz, in Deutschland und Österreich lebt das Bachneunauge in kühlen, sauerstoffreichen Bächen mit kiesigem Untergrund. Besonders wichtig sind naturnahe Gewässer mit ruhigen Sandbereichen und sauberem Wasser. Genau dort beginnt auch seine recht ungewöhnliche Lebensgeschichte. Die erwachsenen Tiere werden meist nur 10 bis 20 Zentimeter lang und leben erstaunlich kurz. Nach der Fortpflanzung sterben sie. Den grössten Teil ihres Lebens verbringen Bachneunaugen nämlich nicht als frei schwimmende Tiere, sondern als Larven, verborgen im Gewässergrund.
Diese Larven heissen Querder und…
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