Steckbrief
Wissenschaftliche Bezeichnung: Loxia curvirostra
Unterarten: (nach Thomas Wendt «Europäische Vögel» Arndt-Verlag, 2022) L. curvirostra (Nord-, West- und Zentraleuropa bis Nordostsibirien und Nordmongolei; L. c. balearica (Zentral- und Südspanien, Balearen); L. c. corsicana (Korsika); L. c. poliogyna (Süditalien, Nordwestafrika); L. c. guillemardi (Ostbalkan und Türkei bis zum Kaukasus; L. c. altaiensis (Nordostkasachstan, Südwestsibirien und Westmongolei); L. c. tianschanica (Südostkasachstan bis Tadschikistan und Nordwestchina); L. c. himalayensis (Himalaya bis Südchina); L. c. meridionalis (Südvietnam); L. c. japonica (Südostsibirien bis Sachalin und Kurilen, Nordostchina, Koreanische Halbinsel, Hokkaido und Nord- und Zentralhonshu); L. c. luzioniensis (Luzon/Nord-Philippinen); L. c. minor Südostkanada und Nordost-USA; L. c. percna (Neufundland); L. c. sitkensis (Küsten Südalaskas und Westküste der USA; L. c. bendirei) Binnenland Südwestkanada und Nordwest-USA; L. c. benti (Zentrale Rocky Mountains in den westzentralen USA); L. c. grinnelli (Westzentral- bis Südwest-USA); L. c. stricklandi (Südwest-USA bis Südmexiko); L. c. mesamericana (Guatemala, Belize bis Nicaragua)
Herkunft: siehe oben, die Nominatform ist in der Schweiz und im übrigen Mitteleuropa verbreitet
Grösse: 16 bis 17 cm
Wildfarbe: Männchen rot befiedert, bräunlichschwarze Schwingen. Im ersten Lebensjahr sind Männchen ockergelb befiedert. Mänchen sind gelb befiedert, die Schwingen sind bräunlichschwarz. Die Schnäbel sind gekreuzt.
Mutationen: keine
Geschlechtsunterschiede: Männchen rot befiedert, wenn erwachsen, Weibchen gelb. Die juvenile Gefiederfärbung der Männchen ist fast identisch mit der Färbung der Weibchen. Je nach Nahrung kann die gelbe Farbe bei Männchen auch im zweiten Lebensjahr noch vorhanden sein. 
Ringgrösse: 3,5 mm
Lebenserwartung: bis 10 Jahre
Platzansprüche: Freivoliere von ca. 2 x 1,50 x 2 Meter
Ausstattung: Frische Tannen- und Förenäste
Stimme: metallisches «kip kip als Kontaktruf. Der Gesang ist ein hastig vorgetragenes Gezwitscher.
Haltung: paarweise, ausserhalb der Brutzeit im Schwarm. Es braucht eine Haltebewilligung, da es sich um eine einheimische Art handelt. Sie ist in den meisten Kantonen bei der Jagdverwaltung zu erlangen. 

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Herkunft und Geschichte

Rotes Leuchten aus den sattgrünen Tannenkronen im Lötschental, wie Weihnachtsbaumschmuck. Es handelt sich aber um Fichtenkreuzschnäbel, die da eben eingeflogen sind, um sich schauen und dann gleich an den reichlich vorhandenen Zapfen herumturnen. Mit ihren gekreuzten Schnäbeln ziehen sie die Samen aus den Zapfen. Der Fichtenkreuzschnabel ist darauf spezialisiert, die Zapfensamen herauszuklauben. Auch Samen von Föhren oder Birken und Knospen zählen zu seiner Nahrung. Zapfensamen fallen nicht überall und in jedem Jahr gleich an. Darum zieht der Fichtenkreuzschnabel der Nahrung nach. Der Vogel kann also nicht mit Sicherheit in einem bestimmten Bergwald angetroffen werden. 

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Manchmal ist er in Scharen da, manchmal fehlt er. Als typischer und auffälliger Gefiederter der höher gelegenen Tannenwälder Europas war der Fichtenkreuzschnabel schon immer ein beliebter Käfigvogel. So wurde er bereits im Mittelalter gefangen und in Käfigen gehalten. Das attraktive Aussehen und der besondere Schnabel führten dazu, dass sich Sagen und Legenden um diesen Sonderling bildeten. Der Tierpfleger Peter Schmid, der einst im Natur- und Tierpark Goldau tätig war, wo Fichtenkreuzschnäbel gepflegt werden, sagt: «Es ist der Papagei unserer Wälder.» Der Vogel ist auffällig gefärbt und hat ein besonderes Verhalten. In der Volierenhaltung wird er sogar zutraulich. Erst in den letzten Jahrzehnten aber wurde mehr zur Zucht des Fichtenkreuzschnabels bekannt. Einer, der sich unter anderem auf Fichtenkreuzschnäbel spezialisiert hat ist Jean-Luc Burri aus dem freiburgischen Riaz. Er schätzt an seinen Kreuzschnäbeln, dass sie neugierig und zutraulich sind. «Es sind sehr liebe Vögel, besonders auch gegenüber anderen Arten.»

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Eignung als Heimtier

Fichtenkreuzschnäbel können nicht in der Wohnung oder in einem Raum gepflegt werden, denn die Art braucht die Temperaturabsenkung im Winter. In der Natur brüten Fichtenkreuzschnäbel mitten im Winter, weil dann ihre Nahrung, die Fichtensamen, reichlich vorhanden ist. Für jemanden, der sich auf die Haltung und Zucht von einheimischen Vögeln spezialisiert, ist der Fichtenkreuzschnabel ein sehr ansprechender und interessanter Pflegling, dessen Schönheit sich in einer Gartenvoliere entfaltet. 

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Erwerb

Fichtenkreuzschnäbel können bei spezialisierten Züchtern erworben werden. Sie sind Mitglieder von Ziervögel Schweiz oder der Exotis.

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Ernährung und Pflege

Es gibt speziell für Kreuzschnäbel zusammengestellte Samenmischungen im Handel. Koniferensamen sind ein Hauptbestandteil davon. Ausserhalb der Zuchtzeit kann auch ein Grundfutter für Finkenvögel, ein so genanntes Waldvogelfutter, untergemischt werden. Am besten ist es natürlich, wenn Fichtenzapfen angeboten werden. Doch Achtung: Die Zapfen sollten nicht vom Boden aufgelesen werden. Der Spezialist für Fichtenkreuzschnäbel, Jean-Luc Burri aus Riaz (FR), warnt, dass die Vögel von solchen Zapfen krank würden. Er spricht mit Waldarbeitern und reicht Zapfen aus den Baumkronen. Auch in der Natur klauben die Vögel die Samen aus hängenden Zapfen. Niemals gehen sie dazu auf den Waldboden. Man denkt immer, dass die Fichtenkreuzschnäbel gierig die Samen aus den Zapfen klauben. Burri: «Sicher, ja, doch viel lieber und begieriger sind sie nach kleinen Maden, die sich in den Zapfen befinden.» Zum Beweis schneidet er einen Zapfen auf und findet prompt eine kleine, weisse Made. Er vergleicht sie mit Würmern in einem Apfel. Fichtenkreuzschnäbel ziehen ihre Jungen hauptsächlich mit den Zapfensamen auf. Doch dabei ist eben auch immer animalische Kost, wie der Vogelzüchter Burri beobachtet. Auch Wildkräuter sollten den Fichtenkreuzschnäbeln geboten werden. Beeren, Äpfel, Maiskolben und Rüebli werden von Fichtenkreuzschnäbeln gerne genommen. Als Leckerbissen können auch Mehlwürmer oder Drohnenmaden gereicht werden, insbesondere während der Jungenaufzucht. Kalzium und Mineralien sollten zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Jean-Luc Burri reicht ein Samengemisch speziell für Kreuzschnäbel, nebst den Zapfen und Erbsen, die er auftaut sowie Sand und Kalksteine. Ebenso gehört eine erhöht angebrachte Badeschale zur Volierenausstattung. Essenziell seien trockene Volieren, das beuge der Krankheit Kokzidiose vor, sagt Jean-Luc Burri. Der Boden in seinen Volieren ist betoniert, so lässt er sich gut reinigen. Auch wegen des Grabmilbenbefalls müsse man aufpassen. «Die Milben setzen sich an den Füssen fest.» Burri streicht eine spezielle Pomade auf die Füsse, die Milben sterben dann ab. 

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Zucht

Der Züchter Jean-Luc Burri streicht heraus: «Ein gutes Männchen ist ausschlaggebend für den Erfolg.» Während das Weibchen bereits das zweite Gelege bebrüte, füttere es die ausgeflogenen Jungen des Erstgeleges weiter. Nur das Weibchen brütet. Es baut auch jedes Mal wieder ein neues Nest. „Es ist nicht einfach, dass ein Paar harmoniert. Sie müssen sich mögen“, sagt der Liebhaber einheimischer Vögel und weist auf ein Paar in einer sechseckigen Rundvoliere. «Sie haben immer wieder Auseinandersetzungen untereinander, obwohl sie manchmal auch Nistmaterial herumtragen.» Sein drittes Paar verhält sich da verheissungsvoller. „Er will das Weibchen beeindrucken“, sagt der Vogelliebhaber mit einem Lächeln, als er sieht, wie das Männchen sich mit Nistmaterial im Schnabel vor dem Weibchen präsentiert. Oft fordere anschliessend das Weibchen sein Männchen zur Paarung auf. So richtig mit dem Nestbau würde sich aber hauptsächlich das Weibchen beschäftigen. In diesem Jahr hätten sie erst im März mit dem Brüten begonnen. Das sei spät, sagt Burri. Manchmal würden sie im Januar Nester bauen und mit dem Brüten beginnen. «Das ist kein Problem, auch wenn minus 20 °C herrschen, werden die drei bis fünf Eier während 13 Tagen gut gebrütet und anschliessend die Jungen aufgezogen.» Die Nestlingszeit dauere drei Wochen, im Alter von 45 bis 50 Tagen seien die Jungen selbständig. 

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Lustig

Fichtenkreuzschnäbel sind neugierige Volierenbewohner. Sie kennen ihren Pfleger. Wenn sie in Tannen- und Koniferenästen herumturnen, wirken sie wie kleine Papageien.  

Namensgebung

Gattung und Artname wurden 1758 durch den schwedischen Naturforscher Carl von Linné verliehen. Linné gilt als der Begründer der binären Nomenklatur, die sich aus einem Gattungs- und einem Artnamen zusammensetzt.

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Besonderheit

Etwas Besonderes im Reich der Vögel ist der gekreuzte Schnabel. Er ermöglicht dem Fichtenkreuzschnabel, die Samen aus den Fichtenzapfen zu klauben. Dabei verhält er sich ganz still und unauffällig. In den Tannenwipfeln nimmt man ihn so kaum war. Ideale Beobachtungspunkte sind Strässchen, die entlang eines Berghangs führen. So fällt der Blick in die darunter liegenden Wipfel und vielleicht auch mal auf Fichtenkreuzschnäbel. Weil der Fichtenkreuzschnabel oft an Weihnachten in den Tannenwäldern auftaucht, wurde er früher auch Christvogel genannt. Eine Legende besagt, dass ein Kreuzschnabel am Kreuze Jesu versucht haben soll, die Nägel herauszuziehen. Das habe seinen Schnabel verkrümmt. Als Blut auf sein Gefieder tropfte, verfärbte es sich rot.