Holunderbeeren dürfen nicht roh gegessen werden. Unreife und rohe Früchte können Beschwerden verursachen; erst durch ausreichendes Erhitzen werden sie bekömmlich. Deshalb nur vollreife, dunkle Beeren verwenden, gründlich verlesen und von den groben Stielen befreien.

Die klassische Grundlage ist Holundersaft. Dafür die Beeren mit etwas Wasser aufkochen und etwa 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis sie weich sind. Die Masse durch ein feines Tuch oder Sieb abgiessen. Der Saft schmeckt warm, lässt sich aber auch zu Gelee, Sirup, Punsch und Konfitüre weiterverarbeiten.

Herzhafte Varianten lohnen sich ebenso: Holunderbeeren passen in Chutney, Fruchtmus und Suppen. Mit Gewürzen und Alkohol angesetzt, ergeben sie einen aromatischen Likör. Kuchen, Desserts oder eine fruchtige Sauce zu Wildgerichten sorgen für weitere kulinarische Akzente.

Holundergelee

Zutaten für etwa zwei Gläser:
5 dl Holundersaft, 300 g Gelierzucker, 1 EL Zitronensaft.

Zubereitung:
Den Holundersaft mit Zitronensaft und der Hälfte des Gelierzuckers unter Rühren aufkochen. Sobald die Flüssigkeit sprudelnd kocht, den restlichen Zucker einrühren und alles weitere zwei bis vier Minuten kräftig kochen lassen. Für die Gelierprobe einen Tropfen auf einen kalten Teller geben. Wird er nach kurzer Zeit fest, das Gelee sofort in heiss ausgespülte Gläser füllen und verschliessen.

Tinte aus dem Beerensaft

Holunderbeeren liefern auch eine einfache, violettblaue Zeichentinte. Ihre Herstellung gelingt selbst Ungeübten: Eine Handvoll reifer Beeren mit einer Gabel durch ein stabiles, feinmaschiges Sieb in eine Schüssel drücken. Den Saft in ein kleines Gläschen füllen und bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren. Mit Feder oder Pinsel auf saugfähigem Papier schreiben. Beim Trocknen verändert sich die Farbe. Die Tinte ist nicht lichtecht und eignet sich deshalb vor allem für Karten, Skizzen und kreative Experimente.

Achtung: Beim Verarbeiten färben die Beeren stark: Eine Schürze und abwaschbare Unterlage schützen Hände und Küche.