Studien bestätigen
Gartenarbeit: Stressabbau und positive Effekte für Körper und Psyche
Die Gartensaison ist gestartet und mit ihr die Chance für viele, Körper und Geist durch Gartenarbeit zu stärken. Studien zeigen, dass das Gärtnern nicht nur Stress reduziert, sondern auch das Wohlbefinden steigert. Erfahren Sie, wie Sie im eigenen Garten Erholung finden können.
Die Gartensaison hat längst begonnen: Beete werden gepflegt, Gemüse gesetzt und Stauden gegossen. Viele Menschen verbringen nun jede freie Minute draussen im heimischen Grün – und das lohnt sich nicht nur für die Pflanzen. Studien zeigen, dass Gartenarbeit nachweislich positive Auswirkungen auf Körper und Psyche hat.
Was dabei im Körper geschieht, untersuchten Forschende der Universität Wageningen: Die Teilnehmenden wurden zunächst gezielt unter Stress gesetzt und anschliessend entweder zum Gärtnern oder zum Lesen eingeteilt. Bereits nach 30 Minuten war der Cortisolspiegel in der Gartengruppe deutlich stärker gesunken als in der Lesergruppe. Auch die Stimmung hatte sich vollständig erholt, während sie sich in der Lesegruppe weiter verschlechterte.
«Gartenarbeit gehört zu den wenigen Tätigkeiten, bei denen Bewegung, frische Luft und sichtbare Erfolgserlebnisse ganz natürlich zusammenkommen», erklärt Dr. Lutz Popp, Gartenbauexperte des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege (BLGL). «Viele unterschätzen, welchen positiven Effekt bereits eine Stunde im Garten auf den Körper haben kann.»
Sport, der sich nicht als solcher anfühlt
Aus sportmedizinischer Sicht gilt Gartenarbeit als moderate körperliche Aktivität – vergleichbar mit zügigem Spazieren oder lockerem Velofahren. «Die meisten Menschen merken gar nicht, wie viel sie sich im Garten bewegen. Sie sind einfach beschäftigt», sagt Popp. Wer drei- bis viermal pro Woche etwa eine Stunde gärtnert, erfüllt damit ganz nebenbei auch die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO.
Einen besonders starken Nachweis liefert eine Studie der University of Colorado, die 2023 im Lancet Planetary Health veröffentlicht wurde. Während einer Gartensaison begleiteten die Forschenden 291 Erwachsene: Eine Hälfte erhielt eine Parzelle in einem Gemeinschaftsgarten, die andere blieb auf der Warteliste. Das Ergebnis: Die gärtnernde Gruppe bewegte sich im Alltag mehr als die Kontrollgruppe, und berichtete gleichzeitig von deutlich weniger Stress und innerer Unruhe. Besonders stark fiel der Effekt bei Personen aus, die zu Beginn der Studie stark belastet waren.
Wer nun allerdings versucht, den «perfekten» Garten anzulegen, verfehlt den eigentlichen Erholungseffekt. Übertriebene Aufräumaktionen verursachen eher zusätzlichen Aufwand als Entspannung und zerstören zudem wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Käfer oder Igel. «Ein Garten muss nicht geschniegelt wirken, um gepflegt zu sein. Wer Strukturen wie Totholzecken oder Blühinseln erhält, fördert die Artenvielfalt und nimmt sich selbst den Druck, ständig alles perfekt in Ordnung halten zu müssen», sagt Popp. So führt nachhaltiges Gärtnern zusätzlich zu innerer Zufriedenheit und man tut erst noch etwas Gutes für die Natur.
So viele Kcal werden bei Gartenarbeiten verbrannt
- Blumen giessen & Unkraut jäten: ca. 150 bis 200 kcal
- Rasenmähen (Elektromäher): ca. 300 bis 400 kcal
- Laub harken & Büsche schneiden: ca. 250 bis 300 kcal
- Rasenmähen (Handmäher): ca. 400 bis 500 kcal
- Holz hacken & Umgraben: ca. 350 bis 600 kcal
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