Planetary Health Check 2025
Ozeanversauerung überschreitet planetare Grenze: Folgen für Korallen, Klima und globale Ökosysteme
2025 wurde erstmals die planetare Grenze der Ozeanversauerung überschritten. Steigende Säurewerte setzen Meeresorganismen unter Druck und schwächen die Stabilität des gesamten Erdsystems. Der Planetary Health Check 2025 warnt vor wachsenden Risiken für Mensch und Natur.
Die Ozeane geraten zunehmend unter Druck. Nachdem bereits sechs andere planetare Grenzen überschritten worden waren, wurde 2025 erstmals auch die planetare Grenze der Ozeanversauerung überschritten. Der Planetary Health Check 2025 des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung warnt erneut, dass der Planet immer mehr in den oberen Bereich der Gefahrenzone rückt und sich weiter der kritischen Zone annähert. In jener Zone werden grossflächige und irreversible Veränderungen zunehmend wahrscheinlicher. Die nun erstmalige Überschreitung der Grenze für Ozeanversauerung zeigt, dass das Meer massiv belastet ist. So ist seit Beginn der Industrialisierung der pH-Wert an der Oberfläche der Ozeane um rund 0,1 Einheiten gesunken. Was nach einer kaum wahrnehmbaren Verschiebung klingt, steht jedoch für eine Versauerung der Meere um 30 bis 40 Prozent.
Die untersuchte Ozeanversauerung entsteht durch die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Im Meer verändert es die Wasserchemie und die Aragonit-Sättigung verringert sich. Dies bedeutet jedoch, dass die Bedingungen für kalkbildende Organismen wie Korallen und Muscheln zunehmend schwieriger werden. Jene Organismen müssen daher mehr Energie aufwenden, um ihre Schalen und Skelette zu bilden. Besonders betroffen sind Kaltwasser- und tropische Korallenriffe sowie die Arktis, wo empfindliche Ökosysteme unter dem erhöhten Säuregehalt leiden. Als Hauptursachen für diese Entwicklung werden die Kohlendioxidemissionen aus fossilen Brennstoffen festgemacht, verstärkt durch die Abholzung und den Landnutzungswandel. Aufgrund der gleichzeitig sinkenden Verfügbarkeit von Karbonat-Ionen wird zudem die Fähigkeit des Ozeans, CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen, verringert. Damit schwächt sich zunehmend der natürliche Puffer der Meere, der bislang half, das Klima der Erde zu stabilisieren und den globalen Kohlenstoffkreislauf zu regulieren.
Die Ozeane übernehmen noch weitere essenzielle Funktionen im Erdsystem. So speichern sie die meiste überschüssige Wärme, die durch Treibhausgase verursacht wird, und rund ein Viertel der von Menschen verursachten CO2-Emissionen. Gleichzeitig bilden sie die Basis mariner Nahrungsketten, indem sie die Hälfte der globalen Primärproduktion liefern. Der Bericht macht zudem deutlich, dass die zunehmende Belastung durch Versauerung, Erwärmung, Sauerstoffrückgang und Biodiversitätsverlust die Stabilität des gesamten Planeten gefährdet. Er unterstreicht somit erneut die Dringlichkeit, die Ozeane zu schützen und ihre Widerstandskraft zu erhalten, um die so wichtige Lebensgrundlage für Mensch und Natur zu sichern.
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