Ob im Wallis, in Graubünden oder in anderen Teilen Europas – in diesem Sommer häufen sich die Meldungen über Waldbrände. Nach Einschätzung des SLF ist das kein Zufall. Die eigentliche Waldbrandsaison beginnt jetzt, und vielerorts herrschen bereits ideale Bedingungen für die Entstehung und Ausbreitung von Feuer.

Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Über Wochen fehlende Niederschläge haben Böden und Vegetation austrocknen lassen. Gleichzeitig sorgen hohe Temperaturen und zeitweise kräftiger Wind dafür, dass abgestorbenes Pflanzenmaterial wie Laub, Nadeln oder Äste besonders leicht Feuer fängt. Unter solchen Bedingungen reicht oft bereits ein kleiner Funke, damit sich ein Brand rasch ausbreitet.

Trockenheit macht Wälder anfälliger

Je trockener der Waldboden und die Vegetation sind, desto leichter entzündet sich brennbares Material. Besonders gefährlich wird es, wenn Hitze, Trockenheit und Wind gleichzeitig auftreten. Dann können sich Brände innerhalb kurzer Zeit über grosse Flächen ausbreiten und sind nur schwer unter Kontrolle zu bringen.

Das SLF weist darauf hin, dass sich die Waldbrandsaison zunehmend nach vorne verschiebt. Kritische Wetterlagen treten heute früher im Jahr auf und dauern oft länger an als früher.

Der Klimawandel verändert das Risiko dauerhaft

Neben der aktuellen Wetterlage verändert auch der Klimawandel die Waldbrandgefahr grundlegend. Eine SLF-Studie zeigt, dass die meteorologischen Bedingungen für Waldbrände in den Voralpen künftig deutlich häufiger auftreten werden.

Demnach dürfte der Einfluss des Klimawandels ab etwa 2040 klar messbar sein. Wetterlagen, die heute statistisch nur ungefähr alle 60 Jahre auftreten und Waldbrände begünstigen, könnten gegen Ende des Jahrhunderts bereits alle zehn Jahre vorkommen. Gleichzeitig rechnen die Forschenden mit mehr Tagen hoher Waldbrandgefahr und einer deutlich längeren Waldbrandsaison.

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Feuer entstehen meist durch Menschen

Auch wenn Trockenheit die Voraussetzungen schafft, werden die meisten Waldbrände nach wie vor durch den Menschen ausgelöst. Weggeworfene Zigaretten, nicht vollständig gelöschte Grillfeuer oder Funken von Maschinen können genügen, um trockenes Pflanzenmaterial zu entzünden. Seltener sind Blitzeinschläge die Ursache.

Deshalb appellieren die Fachleute, die regionalen Waldbrandwarnungen ernst zu nehmen und Feuerverbote konsequent einzuhalten. Schon kleine Unachtsamkeiten können unter den derzeitigen Bedingungen schwerwiegende Folgen haben.

Vorsorge gewinnt an Bedeutung

Mit dem steigenden Risiko müssen sich auch Regionen vorbereiten, die bislang kaum von Waldbränden betroffen waren. Das SLF nennt unter anderem zusätzliche Wasserreservoirs für Löschhelikopter, angepasste Einsatzkonzepte und eine bessere Information der Bevölkerung als mögliche Massnahmen.

Die aktuelle Häufung von Waldbränden ist somit nicht allein eine Folge der sommerlichen Hitze. Sie zeigt vielmehr, wie sich kurzfristige Wetterextreme und der langfristige Klimawandel gegenseitig verstärken – und weshalb Waldbrände künftig auch in den Alpen und Voralpen häufiger zum Sommer gehören dürften.

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