Heim- oder Nutztier
Das Pferd als Teil der Landwirtschaft
Pferde können als Heim- oder Nutztier eingetragen werden. Ein Gremium von Fachleuten aus der Schweiz zeigt auf, weshalb es wichtig und richtig ist, diese Tiere als landwirtschaftliche Nutztiere zu verstehen.
Die Tierarzneimittelverordnung TAMV sieht vor, dass Pferde, denen bestimmte Medikamente verabreicht wurden, aus unsererNahrungsmittelkette ausgeschlossen werden können. Ihnen wird dann die Bezeichnung «Heimtier» zugeordnet. Jedes Pferd hat von Geburt an den Status «Nutztier». Eine Pferdebesitzerin kann diesen Status jedoch jederzeit, auch ohne medizinischen Hintergrund, in der Tierverkehrsdatenbank TVD auf «Heimtier» umändern. Dies geschieht immer häufiger, momentan sind rund die Hälfte aller Pferde als Heimtiere eingetragen. Vom Schweizer Rat und Observatorium der Pferdebranche COFICHEV wird nun auf die Wichtigkeit aufmerksam gemacht, dass Pferde als Nutztiere weiterhin Teil des landwirtschaftlichen Umfeldes bleiben.
Gerade wenn die gesellschaftliche Entwicklung und die veränderte Nutzung des Pferdes dazu führt, dass der Status dieses Tieres als Nutztier in Frage gestellt wird, muss auf seine Bedeutung innerhalb der Landwirtschaft aufmerksam gemacht werden, findet das Fachgremium. Bei der Zucht und Haltung von Pferden spielt die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle. Zur Nutzung von Grasland und damit der Erhaltung von landwirtschaftlicher Nutzfläche sind Pferde wichtig, ohne jedoch dabei die Rinderhaltung zu konkurrenzieren. Und sie bilden für zahlreiche landwirtschaftlicheBetriebe eine wichtige Einnahmequelle.
Ökonomische Sicherheit plus Sympathie
Rund 70 Prozent der 112 000 in der Schweiz registrierten Pferde werden auf landwirtschaftlichen Betrieben gehalten. Dabei stehen die Tiere meist nicht auf dem eigenen Grund und Boden, sondern sind bei Bauern als Einsteller einquartiert. Das Pferd generiert so einen nicht zu unterschätzenden Teil des landwirtschaft-lichen Einkommens. Nach wie vor eignen sich Pferde dazu, bestimmte Arbeiten im Wald, auf dem Rebberg oder im Feld zu verrichten. Und auch wenn die Pferdefleischproduktion hierzulande marginal ist, werden die rund 40 Prozent der jährlich geborenen Freiberger-fohlen, die bei den Zuchtprüfung ungenügende Noten erhalten, zur Schlachtbank geführt. Der direkte wirtschaftliche Nutzen, der aus den Pferden und auch den Ponys gezogen werden kann, fällt unbestritten insGewicht.
Aber auch indirekt bringt das Pferd der Landwirtschaft einen Nutzen. Etwa indem Futtermittel und Einstreu produziert werden können. Zur direkten Ernährungssicherheit der Schweiz trägt das Pferd nicht mehr bei, es leistet aber einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit der Schweizer Bauernfamilien. COFICHEV macht darauf aufmerksam, dass zahlreiche Landwirte von der Schweizer Pferdebranche mit ihrem Jahres-umsatz von 2 Milliarden Franken profitieren. Equiden verschaffen etlichen Höfen ein Zusatzeinkommen, das ihr längerfristiges Fortbestehen sichert.
Pferde gehören auch aus Gründen des Tierwohls eindeutig in die landwirtschaftliche Zone. Nur dort stehen diesen Tieren Unterbringungsmöglichkeiten und Weideflächen zur Verfügung, die ihren Bedürf-nissen entsprechen und auch die Tierschutzbestim-mungen einhalten. Und nicht zuletzt sind die edlen Tiere auch Türöffner für einen Brückenschlag zwischen Stadt und Land. Dadurch, dass Pferde bei Gross und Klein auf Sympathie und Bewunderung treffen, vermögen sie eine Vermittlerrolle einzunehmen, ist sich COFICHEV sicher.
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