Botanische Gärten in der Schweiz

Grüne Paradiese
In der Schweiz lassen sich verschiedene geografische Vegetationszonen der Welt erkunden – in botanischen Gärten. Eine Auswahl.

Genf
Wer mit dem Zug von Lausanne nach Genf fährt, sieht kurz vor dem Bahnhof linker Hand hinter einer Mauer die Kuppen der Treibhäuser des 1902 gegründeten und 28 Hektaren grossen Botanischen Gartens. Insgesamt sind sechs Gewächshäuser zugänglich, eines davon ist historisch besonders wertvoll. Das Mikroklima im Garten begünstigt das freie Wachstum mediterraner Arten.

Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève, Chemin de l’Impératrice 1, 1292 Chambésy-Genève, Eintritt frei, www.ville-ge.ch/cjb

Pruntrut
Der 1793 gegründete 1,8 Hektaren grosse Garten liegt geheimnisvoll versteckt hinter den Mauern des Jesuitenkollegs. Die Vegetation des Jura, ein Hochmoor, einheimische Giftpflanzen, eine Rosen- und eine Iris-Sammlung passen hervorragend hinter die Mauern der Klosterschule. Tropenpflanzen wuchern in Gewächshäusern, Kakteen, Orchideen und eine sehr grosse Tillandsiensammlung vervollständigen die Darstellung unterschiedlichster Vegetationszonen.

Jardin botanique de Porrentruy, 22, route de Fontenais, 2900 Porrentruy, Eintritt frei, www.jurassica.ch/de/Botanischer-Garten.html

Bern
Der Botanische Garten der Universität Bern liegt an einer der wärmsten Stellen der Stadt, am Altenberg oberhalb der grünen Aare und unterhalb der Lorrainebrücke. Die grossen Palmen-, Farn- und Sukkulentenhäuser werden ergänzt durch alte Erdhäuser für Tropenpflanzen, für die mediterrane und die asiatische Steppenflora. Kernpunkte sind auch das Alpinum mit Gebirgspflanzen. Die Flora Australiens, Nordamerikas, ein Arboretum sowie ein Teich mit Sumpfpflanzen sind weitere Bereiche des 1859 gegründeten Gartens und des etwa 2,5 Hektaren grossen Geländes.

Botanischer Garten der Universität Bern, Altenbergrain 21, 3013 Bern, Eintritt frei, www.boga.unibe.ch

Neuenburg
Ein einsames Tal hoch über der Stadt Neuenburg, in der Ferne hört man das dumpfe Tuten eines Kursschiffs. 1998 wurde der Jardin botanique mit drei Schauhäusern im Vallon de l’Ermitage angelegt. Vom Garten der Nutzpflanzen gelangt man direkt zum Evolutionsgarten mit Palmfarnen, wo geheimnisvoll Wasser plätschert. Die Magerwiese des Jurasüdfus­ses gehört auch zur 7,8  Hektaren grossen Anlage.

Jardin botanique de l’Université et de la Ville de Neuchâtel, Pertuis-du Sault 58, 2000 Neuchâtel, Eintritt frei, www.jbneuchatel.ch

Botanische Gärten der Schweiz

Freiburg
Im Botanischen Garten Freiburg werden die Pflanzen grossteils nach systematischen Kriterien kultiviert, sodass man sie im zentralen Teil des 1,5 Hektaren grossen Geländes nach Kategorien kennenlernen kann. Spaliere entlang des universitären Gebäudes sind ein Blickfang, Schauhäuser mit Tropenpflanzen und tropischen Nutzpflanzen sowie Gewächsen aus Trockengebieten gehören ebenso dazu. Die Sammlung von Wild- und Kulturformen von Tradescantien ist etwas Besonderes.

Botanischer Garten der Universität Freiburg, Chemin du Musée 10, 1700 Freiburg, Eintritt frei, www3.unifr.ch/jardin-botanique/de/aktuell

Brissago-Insel
Das Festland hinter sich lassend gleitet das Schiff zur Brissago Insel im Lago Maggiore mit dem 2,5 Hektaren grossen, 1950 gegründeten Botanischen Garten – ein Ankommen wie auf einer Tropeninsel in der Südsee. Frei von Verkehr, nur die Harmonie von Pflanzen aus Kontinenten mit mediterraner und subtropischer Flora rund um die Welt beglückt, während das blaue Wasser am felsigen Strand leckt.

Parco Botanico des Cantone Ticino, 6614 Isole di Brissago, Eintritt: Fr. 7.–, www.isolebrissago.ch/de/botanischer-garten

St. Gallen
Ungewöhnliches wartet im Botanischen Garten St. Gallen, so etwa Häuser für Lithops-Arten, die Lebenden Steine, sowie für fleisch­fressende Pflanzen, viele Tillandsien- und Orchideenarten. Der Aussenbereich ist reich an Staudenarten, Wasser- und Farngarten locken in der 1945 gegründeten und 2 Hektaren grossen Anlage.

Botanischer Garten, Stephanshornstrasse 4, 9016 St. Gallen, Eintritt frei, www.botanischergarten.stadt.sg.ch

Grüningen
Der Botanische Garten Grüningen im Zürcher Oberland ist ein im Wald gelegenes Kleinod. Bäume bilden einen Schwerpunkt und umgeben auch das Tropenhaus des 1961 gegründeten 1,7 Hektaren grossen Gartens.

Botanischer Garten Grüningen, im Eichholz, 8627 Grüningen ZH, Eintritt frei, www.botanischer-garten.ch

Botanische Gärten der Schweiz

Zürich
Von der Zollikerstrasse her entfaltet sich beim Aufstieg eine üppige Welt von im Frühling blühenden Pflanzen, bis die mediterrane Flora gefangen nimmt und man sogar durch ein Trockenflusstal in der Wüste wandert. Wasserpflanzen in Aquarien, Tropen, Subtropen und Savanne erlebt man in den runden Schauhäusern (Wiedereröffnung am 1. August). Der 1977 gegründete Garten ist 5,3 Hektaren gross. In Zürich befinden sich weiter der 1,8 Hektaren umfassende Alte Botanische Garten und die Sukkulentensammlung mit Pflanzen aus Trockengebieten.

Botanischer Garten der Universität Zürich, Zollikerstrasse 107, 8008 Zürich, Eintritt frei, www.bg.uzh.ch

Brüglingen
Das Getöse der Stadt Basel bleibt weit hinter einem, sobald man in die 13,5 Hektaren grosse Fläche des Merian-Parks eintaucht. Kernstück der Anlage ist die Villa Merian mit dem Kaffeehaus. Der Spaziergang durch das Rhododen­drontal ist wie eine Wanderung in unteren Lagen des Himalaja, auf einer riesigen Blumentreppe blühen unzählige Fuchsiensorten, der Irisgarten zieht in Bann, der Arzneipflanzengarten fasziniert.

Merian-Park, Botanischer Garten, Vorder Brüglingen 5, 4052 Basel, Eintritt frei, www.bogabrueglingen.ch

Basel
Mit einem Gründungsjahr von 1589 gehört der Botanische Garten der Universität Basel zu den ältesten weltweit. Seit 1898 befindet er sich am heutigen Standort mitten in der Stadt beim Spalentor. Gegenwärtig wird ein neues Tropenhaus gebaut. Weiterhin offen sind das Viktoriahaus mit der spektakulären Victoria amazonica und einer sehr vielfältigen Wasserpflanzensammlung sowie das Sukkultentenhaus und ein Kalthaus. Auf der 0,8 Hektaren grossen Fläche werden Pflanzen der Alpen, des Mittelmeergebiets wie auch zahlreiche Kübelpflanzen gezeigt.

Botanischer Garten der Universität Basel, Schönbeinstrasse 6, 4056 Basel, Eintritt frei, www.botgarten.unibas.ch

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Autor

Lars Lepperhoff

Lars Lepperhoff

Lars Lepperhoff ist Redaktor der «Tierwelt» und des «Kleintierzüchters», wo er wöchentlich Porträts über Tierhalter schreibt. Ziervögel sind sein Spezialgebiet. Darum pfeifen in seiner Wohnung Graupapageien aus einer Zimmervoliere, Wasser plätschert im Aquarium und exotische Pflanzen wuchern. Auf Reisen besucht er nicht nur Ursprungsgebiete tropischer Vögel, sondern besonders auch Zoos, Botanische Gärten und Tierhalter. Er ist Autor von Büchern und zahlreichen Fachartikeln.

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