Der Südsudan kämpft mit Überschwemmungen

Klimawandel
Schwere Überschwemmungen im Südsudan gefährden nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hunderttausende Menschen in dem ostafrikanischen Land.

Von den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten seien landesweit etwa 800 000 Menschen betroffen, berichtete eine Sprecherin am Mittwoch. Besonders dramatisch sei die Lage rund um die Stadt Bentiu im Norden des erst seit zehn Jahren unabhängigen Landes. Hier sind den Angaben nach mindesten 150 000 Menschen betroffen, zahlreiche Menschen flüchteten aus ihren Dörfern.

In einem ursprünglich für Binnenflüchtlinge eingerichteten Lager, in dem Menschen Zuflucht vor lokalen ethnischen Konflikten gesucht hatten, drängen sich nun mindestens 120 000 Menschen unter katastrophalen hygienischen Bedingungen, hiess es. Die Kläranlage sei infolge der Überflutungen seit Wochen ausser Betrieb und es gebe fast keine nutzbaren Latrinen mehr. Tote Tiere wie Ziegen und Hunde verrotteten in den Abwassersystemen, auch stehe nicht genug Trinkwasser zur Verfügung.

Viele Menschen leiden Hunger

Viele Kinder seien stark unterernährt, so der Leiter einer Klinik der Hilfsorganisation in Bentiu. Die Zahl der Malaria-Patienten steige, da das stehende Wasser im Überschwemmungsgebiet eine ideale Brutstätte für Moskitos sei. Auch andere Krankheiten wie Cholera oder Durchfall drohten sich auszubreiten.

Der Südsudan, der nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg im Sudan im Juli 2011 seine Unabhängigkeit erlangte, ist noch immer von den Folgen des Konflikts geprägt. So hat das Land ausserhalb der Hauptstadt Juba eine sehr schlechte Infrastruktur, das schlechte Strassennetz erschwert zusätzlich die Versorgung gerade entlegener Gebiete wie Bentiu. 

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