Umweltschützer ziehen kritische Bilanz

Baikal-See
Baikal-See: Das versprochene Projekt zu dessen Schutz ist die Wladimir Putin der Bevölkerung noch schuldig.
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Putins «Jahr der Umwelt»
Umweltschützer haben dem von Präsident Wladimir Putin ausgerufenen «Jahr der Umwelt» eine magere Bilanz attestiert.

Das Jahr 2017 habe vor allem «die Unfähigkeit der Behörden gezeigt, ökologische Probleme anzugehen», kritisierte Ivan Blokow von Greenpeace Russland am Montag in Moskau.

Die Umweltorganisation bemängelte insbesondere die Pläne für den Bau von Abfallverbrennungsanlagen, «obwohl kein einziges ökologisches Gutachten zu diesen Projekten erstellt wurde», wie feststellt. In der Umgebung von Moskau sollen vier Müllverbrennungsanlagen entstehen. Abfalltrennung und Recycling sind in Russland hingegen kaum verbreitet.

Bereich der Naturschutzgebiete stagniert
Auch beim Ausbau von Naturschutzgebieten habe es kaum Fortschritt gegeben, bemängelte Viktor Danilow-Danilian, Leiter des Instituts für Wasservorkommen an der russischen Akademie der Wissenschaften.

Drei Grossprojekte zum Schutz der Wolga, des Baikal-Sees und des Telezker Sees im Altai-Gebirge sollten im «Jahr der Umwelt» entstehen. Doch nur das Wolga-Projekt sei letztlich beschlossen worden und sei bereits erheblich in Verzug, sagte Danilow-Danilian, der zwischen 1991 und 1996 russischer Umweltminister war.

Ausserdem kritisieren die Umweltschützer, dass Russland die internationale Konvention von Aarhus aus dem Jahr 1998, die einen Gerichtszugang auch für Umwelt- und Naturschutzverbände vorsieht, nicht unterschrieben hat.

Kreml-Chef Putin hatte 2017 zum «Jahr der Umwelt» in Russland erklärt. Ziel hatte es sein sollen, das Bewusstsein der Bevölkerung für Umweltfragen zu schärfen und ökologische Projekte voranzutreiben.

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