Ein Wohlfühlort im Garten

Gartensitzplatz mit Büsi drauf
Sitzplatz
Möchte man im Frühling einen neuen Sitzplatz einweihen, bieten sich die kalten Monate für die Planung an. Dabei steht das Wohlbefinden im Zentrum. Aber auch auf die Natur will geachtet sein.

In der Morgensonne einen frischen Kaffee trinken, auf der Südseite das Mittagessen geniessen und beim Sonnenuntergang mit dem Schlummertrunk anstossen: Seinen Garten im täglichen Lauf der Sonne zu nutzen, liege seit ein paar Jahren im Trend, sagt der Landschaftsgärtner Daniel Bärtschi. 

Wer aber einen eher bescheidenen Umschwung ums Haus hat und sich auf einen einzigen Sitzplatz festlegen muss, tut gut daran, auszutesten, wo es einem in seinem Garten am wohlsten ist. «Meist wird der Sitzplatz im Bauplan vor die Stube oder der Küche gezeichnet», erzählt Bärtschi. «Dies ist aber nicht zwingend der geeignetste Ort, auch wenn vielleicht die Südausrichtung stimmt.» 

Bevor man sich an eine Fachperson wendet, können Gartenbesitzer deshalb mit Stühlen experimentieren, wo sie sich im Garten besonders wohlfühlen. Dabei sollte der Stand der Sonne und die Sicht in den Garten berücksichtigt werden. An welcher Stelle schaut der Nachbar nicht direkt auf den Teller? Gibt es eine Strassenlaterne, die das stimmungsvolle Abendlicht stört? «Es ist auch unangenehm, wenn mir jemand von der Strasse beim Sonnenbaden zuschaut», sagt Bärtschi. 

Baum schlägt Sonnenstore
Gelingt es, den idealen Ort zu wählen und diesen optimal zu gestalten, fühlt man sich so geborgen wie im Wohnzimmer. Um die Privatsphäre zu bewahren, helfen Pflanzen, die Sichtschutz gewähren: Sträucher und Kleinbäume fassen den Sitzplatz ein, ohne ihn hart abzugrenzen, und sie bieten gleichzeitig Schatten und ein angenehmes Klima. Dafür geeignet sind etwa Hartriegel (Cornus), Pfaffenhütchen (Euonymus) oder Glanzmispel (Photinia x fraseri). Ebenfalls können ein Kräutergarten angelegt und Rosen gepflanzt werden, um die Ecken des Sitzplatzes abzurunden. Dies bringt noch weitere Annehmlichkeiten: Einerseits kann man das Mittagessen direkt mit frischem Rosmarin oder Basilikum würzen. Anderseits verbreiten Bodendeckerrosen einen angenehmen Duft.

Bärtschi, der Inhaber der Firma «Natürliche Gärten» in Wiler bei Seedorf im Berner Seeland, setzt die Pflanzen jeweils nach Möglichkeit in den Boden ein. Töpfe sind dabei eher eine Notlösung, denn nach zwei bis drei Jahren nehmen die Wurzeln zu wenig Nährstoffe auf und die Blätter verfärben sich gelb. Attraktiv sind Bäume, die für ein optimales Klima sorgen: «Keine Sonnenstore kann mit einem Baum mithalten. Dieser schafft in der Sommerhitze bis zu fünf Grad tiefere Temperaturen im Vergleich mit einer künstlichen Beschattung.» 

Zusammen mit der Natur
Entscheidet man sich dafür, den Sitzplatz in der Nähe eines Baums zu platzieren, der nicht unmittelbar beim Haus steht, ist ein Weg aus Steinplatten zu überlegen, um nicht durch das nasse Gras gehen zu müssen. Für den Belag des Sitzplatzes rät der Experte gerne zu Rundkies, weil durch ihn das Regenwasser gut abfliessen kann. Wer Platten etwa aus Granit bevorzugt, kann Fugen aus Mörtel einsetzen, die ebenfalls wasserdurchlässig sind. Mit dieser Lösung kommen kaum Beikräuter auf. Auch ein Rost aus einheimischem Holz bietet eine Variante ohne Jätarbeit. Wenn man Holz verwendet, muss es alle zwei Jahre geölt werden, damit das Barfussgehen angenehm bleibt. Bei der Berechnung der Platzfläche plädiert der Gartengestalter Bärtschi für Grosszügigkeit: «Wer einen schönen Garten besitzt, will sicher auch ab und an Besuch einladen können.»

Es ist ein Traum vieler, ihren Wohnraum mit einem gemütlichen Sitzplatz oder gar einer Pergola zu erweitern. Aber der Garten ist nicht zu verwechseln mit den eigenen vier Wänden. Kompromisse mit der Natur sind daher nötig: Abgefallene Blüten und Blätter auf dem Rundkies muss man aufwendig zusammenlesen. Und bei der Wahl von Kies ist auch mit dem Besuch von Wildbienen zu rechnen. 

Es ist romantisch, einen Sommerabend mit einem Glas Wein auf dem Sitzplatz zu verbringen. Doch wer Licht einsetzt, sollte auf die Bedürfnisse der Tiere achten. Solarlämpchen sind zwar stromsparend, aber der Garten bleibt damit bis zum Morgengrauen beleuchtet – viele Tiere mögen dies nicht. Bärt­schis Tipp: «Lieber richtet man die Quelle für indirektes Licht an einen Baum oder an eine strukturierte Mauer und schaltet sie aus, wenn sich Mensch und Natur zur Nachtruhe begeben.»

Literaturtipps
Mascha Schacht: «Terrassen und Sitzplätze.Modern und zeitlos gestaltet», Verlag: Callwey, ISBN: 978-3-7667-1947-8, ca. Fr. 25.–

Andrea Christmann: «Sitzplätze im Garten. Mobile & dauerhafte Gestaltungen», Verlag: BLV, ISBN: 978-3-8354-1765-6, ca. Fr. 30.–

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