Sicher durch den Winter reiten

Weisses Pferd im Schnee
Pferde
Kälte, Nässe, frühe Dunkelheit: Der Winter gehört nicht zu den Lieblingsjahreszeiten von Reiterinnen und Reitern. Die besten Tipps – von A wie Aufwärmen bis Z wie Zittern –, wie man sicher und ohne Frust durch die kalte Jahreszeit kommt.

A wie Aufwärmen
Vor dem ersten Galopp beim Ausritt oder im Training muss das Pferd ausgiebig im Schritt geritten werden, um Muskeln und Sehnen aufzuwärmen. Bei Minustemperaturen kann das bis zu 30 Minuten dauern.

B wie Boden
Aussenplätze und Reithallen-Böden gefrieren, wenn man sie nicht gegen Frost präpariert. Beläge aus Kunststoffhäcksel oder Sand-Vlies-Gemische frieren weniger schnell ein, bei anderen Böden hilft das Untermischen von Magnesiumchlorid.

C wie Cavaletti
Das Cavaletti oder Bodenrick – zwei Kreuze aus Holz oder Kunststoff verbunden mit einer drei Meter langen Stange – bringt Abwechslung ins Wintertraining. Die gymnastizierende Arbeit im Schritt, Trab und Galopp stärkt die Muskulatur und fördert die Beweglichkeit.

D wie Decke
Ein gesundes Pferd mit Winterfell braucht keine Decke. Ist es geschoren, benötigt es dagegen eine wärmende Stalldecke, eine Regendecke für die Weide oder den Paddock und eventuell eine Nierendecke aus Fleece für gemütliche Ausritte.

E wie Entwurmen
Nach dem ersten Frost wird eine Wurmkur fällig, die auch gegen die Larven der Magendasselfliege wirkt. Diese können auf ihrer Wanderung durch den Pferdekörper empfindliche Schäden anrichten.

F wie Frost
Der Frost ist der Feind jeder Pferdetränke. Sind Tränke und die Zuleitungsrohre beheizbar, ist alles gut. Frieren sie ein, heisst es Eimer schleppen, damit die Pferde stets genügend frisches Wasser zur Verfügung haben.

G wie Galopp
Ein flotter Galopp durch die tief verschneite Landschaft gehört zu den grössten Wintervergnügen, trotzdem muss man achtsam unterwegs sein: Unter der weissen Pracht können sich Löcher, vereiste Stellen oder andere Stolperfallen verbergen.

H wie Husten
Husten ist ein klassisches Winterproblem. Nicht weil sich die Pferde erkälten, sondern weil sie oft weniger an die frische Luft kommen und stickige Stallluft, Ammoniakdämpfe und staubige Einstreu ihre empfindlichen Atemwege reizen. 

I wie Impfung
In vielen Ställen liegt der traditionelle Impftermin an Weihnachten, weil die Pferde dann weniger gefordert werden. Sie müssen gegen Pferdegrippe und Tetanus geimpft werden, in grossen Beständen empfiehlt sich auch eine Herpesimpfung.

J wie Jungpferde
Für junge Pferde, die noch nicht geritten werden, ist freier Auslauf auch in der kalten Jahreszeit wichtig: frische Luft, Sozialkontakte und Bewegung sind unerlässlich für ihre gesunde Entwicklung.

K wie kalte Füsse
Pferde bekommen auch dann keine kalten Füsse, wenn sie stundenlang im Schnee stehen: Ein ausgeklügelter Mechanismus im Huf sorgt für eine gute Durchblutung, und das Horn isoliert gut gegen Kälte. 

L wie Longieren
Im Winter sind viele Pferde temperamentvoller, sei es, weil sie weniger bewegt werden oder aus Übermut. Longiert man sie vor dem Reiten ab, sind sie beim Ausritt oder im Training entspannter.

M wie Mash
Pferde brauchen eigentlich kein warmes Futter, ab und zu ein Mash tut ihnen trotzdem gut. Denn die im Getreidebrei enthaltenen Leinsamen «schmieren» mit ihren Schleimstoffen die Verdauung.

N wie Nacht
Bricht die Nacht früh herein, lassen sich Ausritte in der Dunkelheit nicht immer vermeiden. Wichtig ist, dass man sich mit einer guten Stiefellampe und reflektierender Ausrüstung sichtbar macht. Im Strassenverkehr ist das sogar vorgeschrieben.

O wie Öl
Schwerfutterige Pferde fallen im Winter oft noch mehr vom Fleisch. Mit hochwertigen Ölen lässt sich der Energiegehalt der Ration erhöhen. Und Pferde verdauen Fett trotz fehlender Gallenblase gut.

P wie Putzen
Vor dem Reiten müssen Schmutz, Staub, Schweissreste und lose Haare gründlich aus dem Pferdefell entfernt werden. Bei uneingedeckten Pferden sollte man es mit dem Bürsten jetzt nicht übertreiben, sonst zerstört man den natürlichen Fettfilm, der dafür sorgt, dass Wasser gut abläuft und die Isolierfähigkeit des Winterfells erhalten bleibt.

Q wie Querfeldein
Grundsätzlich braucht man das Einverständnis des Landbesitzers, bevor man querfeldein über verschneite Wiesen und Felder prescht.

R wie Rutschgefahr
Der Stallbesitzer hat eine Schneeräum- und Streupflicht. Zum Ausreiten muss der Reiter vorsorgen: etwa mit Hufgrip, der ein Aufstollen des Schnees unter den Hufen verhindert, und Stollen gegen Rutschpartien.

S wie Streusalz
Kochsalz, das zum Schmelzen von Eis und Schnee auf Strassen und Gehwege gestreut wird, greift die Hufe an und kann sie aufquellen lassen. Deshalb sollten die Hufe nach dem Ausritt gut gereinigt werden.

T wie Tauwetter
Setzt Tauwetter ein, werden Weiden und Paddocks matschig. Stundenlanges Stehen im Matsch greift die Hufe an und begünstigt die Entstehung von Mauke. Holzschnitzel, Sand oder Stroh helfen, matschige Stellen trockenzulegen.

U wie Unterricht
In vielen Reitvereinen werden Winterkurse angeboten. Der Unterricht gibt neue Trainingsimpulse und verschafft Pferd und Reiter eine sinnvolle Abwechslung.

V wie Vitamine
Bei täglichem Weidegang im Sommer werden Pferde gut mit den Vitaminen A, D, K und E versorgt. Im Winter kann es zu Engpässen kommen, vor allem wenn das Raufutter nicht von bester Qualität ist. Doch bevor man wahllos Vitamine zufüttert, sollte man mit einem Tierarzt oder Fütterungsexperten sprechen.

W wie Winterblues
Langeweile und Winterblues beim Pferd kann man vermeiden, wenn man täglich für Abwechslung sorgt durch freien Auslauf, Variationen im Training, Spielzeug und Äste zum Knabbern.

X wie Xenophon
Ein Buchtipp für gemütliche Stunden im Reiterstübli: Mit seinem Werk «Über die Reitkunst» legte der griechische Feldherr und Philosoph Xenophon bereits im Jahre 350 vor Christus die Grundlage für die klassische Reiterei. Ist noch heute lesenswert!

Y wie Yeti
Yeti, dem behaarten Fabelwesen, wird es in den eisigen Höhen des Himalaja nie zu kalt – Reiter müssen sich da besser einpacken: am besten Schicht für Schicht nach dem Zwiebelprinzip. Skiunterwäsche bewährt sich übrigens auch auf langen Winterausritten.

Z wie Zittern
Gesunde Pferde vertragen Kälte gut. Bei Nässe und eisigem Wind kann die Grenze der Klimatoleranz aber erreicht werden: Das Pferd beginnt zu zittern. Dieser Mechanismus dient der Wärmefreisetzung. Bei anhaltendem Zittern muss jedoch für eine geschützte Unterbringung und energiereiches Futter gesorgt werden.

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