Der Schweizer Tierschutz STS will Konsumentinnen und Konsumenten die Orientierung im Schweizer Label-Dschungel erleichtern. Zu diesem Zweck hat die Organisation den «STS-Label-Kompass» veröffentlicht. Die Plattform bewertet Tierhaltungslabels nach 14 Tierwohlkriterien und ermöglicht einen direkten Vergleich verschiedener Standards. Berücksichtigt werden unter anderem die Haltung der Tiere, der Transport sowie die Schlachtung.

«Mit dem STS-Label-Kompass schaffen wir eine Referenzplattform für Tierwohl in der Schweiz. Sie hilft Konsumierenden, sich zu orientieren – und ermöglicht der Branche, strukturelle Verbesserungen gezielt voranzutreiben», erklärt STS-Geschäftsführer Marco Mettler in einer Medienmitteilung.

Laut der Organisation richtet sich das Angebot aber nicht nur an Konsumentinnen und Konsumenten. Auch Produzenten, Labelorganisationen, Detailhändler und Branchenverbände sollen die Plattform nutzen können, um Stärken und Schwachstellen bestehender Tierwohlprogramme zu erkennen und Verbesserungen anzustossen.

Neu ist zudem ein integrierter Fleischkonsumrechner. Dieser soll den Nutzerinnen und Nutzern aufzeigen, wie hoch ihr Fleischkonsum ausfällt, und sie dazu anregen, sich mit der Herkunft tierischer Produkte auseinanderzusetzen.

Von «sehr gut» bis «unzureichend»

Ein Blick auf den neuen STS-Label-Kompass zeigt: Nicht alle Labels schneiden gut ab. Verschiedene Produkte von KAGFreiland, Demeter, Coop Naturaplan werden zwar mehrheitlich als «sehr gut» bewertet und weiterempfohlen. Vom Konsum von Produkten wie Milch, Hühnereiern, Poulet- oder Kalbsfleisch, welche unter der Gesetzgebung der Schweiz und der EU oder weltweit (ohne geprüfte Standards) hergestellt wurden, wird klar abgeraten.

Mit der neuen Plattform ersetzt der STS die bisherige Labelbewertung «Essen mit Herz», die in den vergangenen Jahren nicht mehr umfassend aktualisiert worden war. Bereits an der STS-Nutztiertagung 2025 hatte die Organisation angekündigt, die Bewertungen vollständig zu überarbeiten und unter neuem Namen neu aufzulegen.