Interview
Weshalb Sarah Heiligtag von einer Landwirtschaft ohne Nutztiere träumt
Immer mehr Bauernfamilien denken darüber nach, die Nutztierhaltung an den Nagel zu hängen. Die Philosophin und Landwirtin Sarah Heiligtag begleitet solche Umstellungen mit ihrem Beratungsangebot «Transfarmation». Im Interview spricht sie über Tabus und ihre persönliche Vision der Landwirtschaft.
Frau Heiligtag, Sie haben seit 2017 über 230 landwirtschaftliche Betriebe bei der Umstellung weg von der Tiernutzung unterstützt. Wie viele dieser Höfe sind dabei zu sogenannten Lebenshöfen geworden?
Das Ziel von ungefähr 80 Prozent der Leute ist: Komplett weg von Tieren zu kommen und die ganze landwirtschaftliche Fläche für die menschliche Ernährung nutzen. Etwa 20 Prozent der Höfe möchten den Tieren weiterhin einen Platz geben, um mit ihnen Bildungsarbeit zu machen und einen Begegnungsort zu schaffen. Künftig werden vielleicht auch diese Lebenshöfe tierfrei sein.
Ist eine Nutzung von Tieren auf diesen Lebenshöfen komplett tabu, oder gibt es Ausnahmen?
Wenn man gerettete Hühner aufnimmt und diese Eier legen, soll man diese natürlich nicht wegschmeissen, sondern etwas damit machen. Manche verfüttern sie wieder den Tieren, andere geben sie den Patinnen oder Paten. Aus meiner Sicht ist es okay, diese noch für den Eigengebrauch zu nutzen. In einer idealen Zukunft gibt es keine…
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